Das Unbehagen in der Kultur (1930) *

Ablösung 233 die Ablösung von der Familie wird für jeden Jugendlichen zu einer Aufgabe, bei deren Lösung ihn die Gesellschaft oft durch Pubertäts- und Aufnahmsriten unterstützt.
Affekte ² 198 es ist nicht bequem, Gefühle wissenschaftlich zu bearbeiten. 198 man kann versuchen, ihre physiologischen Anzeichen zu beschreiben 198 bleibt doch nichts übrig, als sich an den Vorstellungsinhalt zu halten, der sich assoziativ am ehesten zum Gefühl gesellt. 204 eine Energiequelle sein, wenn es selbst der Ausdruck eines starken Bedürfnisses ist
Aggression 235 erotischen Beziehung ausser der ihr eigenen sadistischen Komponente so häufig ein Betrag von direkter Aggressionsneigung beigesellt ist Aktion 199 durch eine besondere Aktion in die Erscheinung gedrängt wird. 235 ein andere Schwierigkeit ergibt sich daraus, dass der erotischen Beziehung ausser ihr eigenen der sadistischen Komponente so häufig ein Betrag von direkter Aggressionsneigung beigesellt ist. 240 Der Mensch nicht ein sanftes, liebebedürftiges Wesen ist, das sich höchstens, wenn angegriffen, auch zu verteidigen vermag, sondern dass er zu seinen Triebbegabungen auch einen mächtigen Anteil von Aggressionsneigung rechnen darf. 240 Diese grausam Aggression wartet in der Regel eine Provokation ab oder stellt sich in den Dienst einer anderen Absicht, deren Ziel auch mit milderen Mitteln zu erreichen wäre. 240 Unter ihr günstigen Umständen, wenn die seelischen Gegenkräfte, die sie sonst hemmen, weggefallen sind, äussert sie sich auch spontan, enthüllt den Menschen als wilde Bestie, der die Schonung der eigenen Art fremd ist. 241 Die Existenz dieser Aggresssionsneigung, die wir bei uns selbst verspüren können, beim anderen mit Recht voraussetzen, ist das Moment, das unser Verhältnis zum Nächsten stört und die Kultur zu ihrem Aufwand [an Energie] nötigt. 241 infolge dieser primären Feindseiligkeit der Menschen gegeneinander ist die Kulturgesellschaft beständig vom Zerfall bedroht. 241 Die Kultur muss alles aufbieten, um den Aggressiontrieben der Menschen Schranken zu setzen, ihre Äusserungen durch physische Reaktionsbildungen niederzuhalten. 241 Daher [Aggressiontrieben] also das Aufgebot von Methoden, die die Menschen zu Identifizierungen und zielgehemmten Liebesbeziehungen antreiben sollen 241 die vorsichtigen und feineren Äusserungen der Aggression vermag das Gesetz nicht zu erfassen [Mobbing] 241 das Leben durch deren Übelwollen erschwert und schmerzhaft gemacht wird. 242 Aggressionslust 242 bildet den Bodensatz aller zärtlichen und Liebesbeziehungen unter den Menschen, vielleicht mit alleiniger Ausnahme der einer Mutter zu ihrem männlichen Kind 242 Vorrecht der sexuellen Beziehungen, das die Quelle der stärksten Missgunst und der heftigsten Feindseligkeit unter den sonst gleichgestellten Menschen werden muss 242 unzerstörbarer Zug der menschlichen Natur 242 den Menschen offenbar nicht leicht, auf die Befriedigung dieser ihrer Aggressionsneigung zu verzichten; sie fühlen sich nicht wohl dabei. 242 Vorteil eines kleineren Kulturkreise, dass er dem Trieb einen Ausweg an der Befeindung der Aussenstehenden gestattet, ist nicht geringzuschätzen. 243 Es ist immer möglich, eine grössere Menge von Menschen in Liebe aneinander zu binden, wenn nur andere für die Äusserung der Aggression übrig bleiben. 243 Leider haben alle Judengemetzel des Mittelalters nicht ausgereicht, dieses Zeitalter friedlicher und sicherer für seine christlichen Genossen zu gestalten. 248 die Kindlein, sie hören es nicht gern, wenn die angeborene Neigung des Menschen zum „Bösen“, zur Aggression, Destruktion und damit auch zur Grausamkeit erwähnt wird. 249 Die Aggressionsneigung eine ursprüngliche, selbständige Triebanlage des Menschen ist. 249 der Aggressionstrieb ist der Abkömmling und Hauptvertreter des Todestriebes 250 Welcher Mittel bedient sich die Kultur, um die ihr entgegenstehende Agressionen zu hemmen, unschädlich zu machen 250 Aggressionslust 250 wird introjiziert 250 von einem Anteil des Ichs übernommen 250 Kultur bewältigt also die gefährliche Aggressionslust des Individuums, indem sie es schwächt, entwaffnet und durch eine Instanz in seinem Innern, wie durch eine Besatzung in der eroberten Stadt, überwachen lässt.
Aggressionstrieb 245 sich der Anschein ergibt, dass die Anerkennung eines besonderen, selbständigen Aggressionstriebes eine Abänderung der psa Trieblehre bedeutet. 245 eine Wendung, die längst vollzogen worden ist, schärfer zu fassen 255 zum Zwecke einer leichteren Darstellung das Beispiel des Aggressionstriebes heraus
Allwisser 204 „l’analyste qui sait tout“
Ambivalenzkonflikt 258 [u. Schuldgefühl] 258 Folge des mitgeborenen Ambivalenzkonflikts, als Folge des ewigen Haders zwischen Liebe und Todesstreben
Analcharakter 227
Andere, der 238 einen anderen liebe 238 Nutzen 238 Bedeutung als Sexualobjekt für mich 240 nicht nur möglicher Helfer und Sexualobjekt, sondern auch eine Versuchung, seine Aggression an ihm zu befriedigen, seine Arbeitskraft ohne Entschädigung auszunützen, ihn ohne seine Einwilligung sexuell zu gebrauchen, sich in den Besitz seiner Habe zu setzen, ihn zu demütigen, ihm Schmerzen bereiten, zu martern und zu töten. Homo homini lupus
Angst 261 Irgendwie steckt die Angst hinter allen Symptomen, aber bald nimmt sie lärmend das Bewusstsein ganz für sich in Anspruch, bald verbirgt sie sich so vollkommen, dass wir genötigt sind, von unbewusster Angst ... von Angstmöglichkeiten zu reden. 261 Da ja die Angst zunächst nur eine Empfindung ist
Annahme 201
Anpassung 216 217
Antisemitismus 243
Arbeit 212 Die Bedeutung der Arbeit für die Libidoökonomie 212 starkes Ausmass libidinöser Komponenten, narzisstische, aggressive und selbst erotische, auf die Berufsarbeit ... zu verschieben 212 besondere Befriedigung, wenn sie eine frei gewählte ist. 212 Man drängt sich nicht zu ihr wie zu anderen Möglichkeiten der Befriedigung. Die grosse Mehrzahl arbeitet nur notgedrungen. 212 Aus dieser natürlichen Arbeitscheu der Menschen leiten sich die schwierigsten sozialen Probleme ab.
Arbeitsgemeinschaft 237 Arbeits- und Interessengemeinschaft 241, 249
Assoziativ 198 assoziativ am ehesten zum Gefühl gesellt 237 das Band der Arbeits- und Interessengemeinschaft
Ästhetik ² 214 Wissenschaft der Ästhetik ... die Bedingungen unter denen das Schöne empfunden wird; über Natur und Herkunft der Schönheit hat sie keine Auskunft geben können ... Ergebnislosigkeit durch einen Aufwand an volltönenden, inhaltsarmen Worten verhüllt [Polemik gegen Philosophie] 214 die „Schönheit“ und der „Reiz“ sind ursprünglich Eigenschaften des Sexualobjekts.
Ätiologie ² 256 Die allgemeine ätiologische Bedingung all solcher Vorgänge
Auslese 219 natürliche Auslese 219 unser Sexualleben in der Ehe unter schwierigen Bedingungen gebracht und wahrscheinlich der wohltätigen, natürlichen Auslese entgegengearbeitet haben [Sozialdarwinismus] 270
Aussenwelt 199 Loslösung des Ichs von der Empfindungsmasse 200 ursprünglich enthielt das Ich alles, später sondert es eine Aussenwelt von sich ab.
Autorität 252 durch die Aufrichtung eine Über-Ichs verinnerlicht wird [Namen des Vaters] 252 die neue Autorität, das Über-Ich 254 zwischen Triebverzicht infolge der Angst vor der Aggression der äusseren Autorität ... dann Aufrichtung der inneren Autorität
barbarisch ² 223 „barbarisch“, was der Gegensatz zu kulturell ist.
Besatzung 250
Beschaffenheit, psychische 217
Bewusstsein 263 wechselvolle Beziehung des Schuldgefühls zum Bewusstsein
Bindung 204
Bipolarität 247 [des Liebens][Ersterwähnung]
Bisexualität 235 Die Geschlechtlichkeit ist eine biologische Tatsache, die, obwohl von ausserordentlcihe Bedeutung für das Seelenleben, psychologisch schwer zu erfassen ist. Wir sind gewohnt zu sagen: jeder Mensch zeige sowohl männliche als weibliche Triebregungen, Bedürfnisse, Eigenschaften, aber den Charakter des Männlichen und Weiblichen kann zwar die Anatomie, aber nicht die Psychologie aufzeigen. Für sie verblasst der geschlechtliche Gegensatz zu dem von Aktivität und Passivität, wobei wir allzu unbedenklich die Aktivität mit der Männlichkeit, die Passivität mit der Weiblichkeit zusammenfallen lassen. 235 Die Lehre von der Bisexualität liegt noch sehr im dunkeln, und dass sie noch keine Verknüpfung mit der Trieblehre gefunden hat, müssen wir in der Psychoanalyse als schwere Störung verspüren.
Böse, das ² 240 eine Schädigung der Kulturabsichten, indem sie direkte Prämien für das Bösesein aufstellt. 248 die Kindlein, sie hören es nicht gern, wenn die angeborene Neigung des Menschen zum „Bösen“, zur Aggression, Destruktion und damit auch zur Grausamkeit erwähnt wird. 248 Existenz des Teufels 248 Identifizierung des bösen Prinzips mit dem Destruktionstrieb (Fn) 251 was man als „böse“ erkennt 251 auch wer dies Böse nicht getan hat, sondern bloss die Absicht es zu tun, bei sich erkennt, kann sich für schuldig halten 251 wie kommt man zu dieser Entscheidung? 251 Natürliches Unterscheidungsvermögen für gut und böse darf man ablehnen. 251 oft gar nicht das dem Ich Schädliche oder Gefährliche ... ihm Vergnügen bereitet 251 fremder Einfluss; dieser bestimmt, was gut und böse sein soll251 ist also anfänglich dasjenige, wofür man mit Liebesverlust bedroht wird. 251 aus Angst vor diesem Verlust muss man es vermeiden
Chemismus 210 [Neurobiologie] zu bedauern, dass diese toxische Seite der seelischen Vorgänge sich der wissenschaftlichen Erforschung bisher entzogen hat
Destruktion 247 ich verstehe nicht mehr, dass wir die Ubiquität der nicht erotischen Aggression und Destruktion übersehen und versäumen konnten
Destruktionstrieb 250 beim Urmenschen mag ein neuer Vorstoss der Libido ein neuerliches Sträuben des Destruktionstriebes angefacht haben 258 ist der Ausdruck des Ambivalenzkonflikts, dem ewigen Kampf zwischen dem Eros und dem Destruktions- oder Todestrieb . 262 das Strafbedürfnis ist eine Triebäusserung des Ichs, das unter dem Einfluss des sadistischen Über-Ichs masochistisch geworden ist, d.h. ein Stück des in ihm vorhandenen Triebs zur inneren Destruktion zu einer erotischen Bindung an das Über-Ich verwendet.
Deutung 247 Deutung des Lebens
Eigentum 242 seine anale Urform
Elend 212 reales Elend 217 220 die Neigung haben, das Elend objektiv zu erfassen 220 ist natürlich die subjektivste, ... indem sie an die Stelle aller andern unbekannten seelischen Verfassungen die eigene einsetzt. 242 wer in seinen eigenen jungen Jahren das Elend der Armut verkostet, die Gleichgiltigkeit und den Hochmut der Besitzenden erfahren hat, sollte vor dem Verdacht schützt sein, dass er kein Verständnis und kein Wohlwollen für die Bestrebungen hat, die Besitzungleichheit der Menschen und was sich aus ihr ableitet, zu bekämpfen. 244 „das psychologische Elend der Masse“
Empfindungsmasse 199
Entdeckung 252
Entwicklung 199 Es muss eine Entwicklung durchgemacht haben. 265 des Einzelnen 265 Entwicklungsprozess [Ersterwähnung] 265 individuelle Entwicklung
Entwicklungsgeschichte 250 des Einzelnen
Eros 237 verrät der Eros deutlich den Kern seines Wesens, die Absicht, aus mehreren eines zu machen 246 Äusserungen des Eros waren auffällig und geräuschvoll genug
Erziehung 260 sie [die Erziehung] sündigt ausserdem darin, dass sie ihn nicht auf die Aggression vorbereitet, deren er (das Kind) zu werden bestimmt ist.
Es, das 198
Ethik ² 225 über den ethischen Wert eines solchen Rechts wird hiermit nicht entschieden. 240 Unterschiede im Verhalten der Menschen, die die Ethik mit Hinwegsetzung über deren Bedingtheit als „gut“ und „böse“ klassifiziert. 253 des an Problemen so reichen Gebiets der Ethik 267 268ff
Familie 229 dass das Bedürfnis genitaler Befriedigung nicht mehr wie ein Gast auftrat, der plötzlich bei einem erscheint und nach seiner Abreise lange nichts mehr von sich hören lässt, sondern sich als Dauermieter beim Einzelnen niederliess. Damit bekam das Männchen ein Motiv, das Weib oder allgemeiner: die Sexualobjekte bei sich zu behalten; die Weibchen, die sich von ihren hilflosen Jungen nicht trennen wollten, mussten auch in deren Interesse beim stärkeren Männchen bleiben. 230 Die Willkür des Oberhauptes und Vaters war unbeschränkt 230 von dieser Familie zur nächsten Stufe des Zusammenlebens in Form der Brüderbünde 242 Familie, die Keimzelle der Kultur 258
Feuer 221 das Feuer löschen durch Urinieren, ... homosexueller Wettkampf Zusammenhang von Ehrgeiz, Feuer und Harnerotik.
Fons et origo 198
Frau 233 vertreten die Interessen der Familie und des Sexuallebens; die Kulturarbeit ist immer mehr Sache der Männer geworden, stellt ihnen immer schwierigere Aufgaben, nötigt sie zu Triebsublimierungen, denen die Frauen wenig gewachsen sind. 233 Die Frau durch die Ansprüche der Kultur in den Hintergrund gedrängt und tritt zu ihr in ein feindliches Verhältnis.
Freiheit, individuelle 226 die individuelle Freiheit ist kein Kulturgut. Sie war am grössten vor jeder Kultur, allerdings damals meist ohne Wert. 226 als Freiheitsdrang rührt, kann Auflehnung gegen eine bestehende Ungerechtigkeit sein ... mit der Kultur verträglich bleiben 226 Anspruch auf individuelle Freiheit gegen den Willen der Masse verteidigen
Fremde, der ² 239 hat mehr Anspruch auf meine Feindseligkeit, sogar auf meinen Hass.
Freundschaft ² 232
Führer ² 244 Führerindividualitäten nicht zu jener Bedeutung kommen, die ihnen bei der Massenbildung zufallen sollte 266 Führerpersönlichkeit
Gedächtnis ² 201 Erhaltung im Psychischen, das kaum noch Bearbeitung gefunden hat
Gedächtnisspur 201 [Erinnerung] im seelischen nichts was einmal gebildet wurde, untergehen kann 203 [Synchronie, Diachronie] Wenn wir das historische Nacheinander räumlich darstellen wollen, kann es nur durch ein Nebeneinander im Raum geschehen 203 Embryo 203 Erhaltung aller Vorstufen neben der Endgestaltung nur im Seelischen möglich ist ... vielleicht gehen wir in dieser Annahme zu weit, 204 dass das Vergangene im Seelenleben erhalten bleiben kann, nichts notwendigerweise zerstört werden muss
Gefahr 204 Ableugnung der Gefahr 251
Gefühlsambivalenz 258 gegen den Vater, die Söhne hassen ihn, aber sie liebten ihn auch 258 nachdem der Hass durch die Aggression befriedigt war, kam in der Reue die über die Tat die Liebe zum Vorschein
Gemeinschaft 230 251 die grössere menschliche Gemeinschaft 265 jene Modifikation des Lebensprozesses, die er unter dem Einfluss einer vom Eros gestellten, von der Ananke, der realen Not angeregten Aufgaben erfährt, und diese Aufgabe ist die Vereinigung vereinzelter Menschen zu einer unter sich libidinös verbundenen Gemeinschaft 266 auch die Gemeinschaft ein Über-Ich ausbildet 269 Gemeinschaftsneurose
Genese 252 Einfluss der Genese, der das Vergangene und Überwundene weiterleben lässt. 256
Gerechtigkeit 225 nächste kulturelle Anforderung ist also die der Gerechtigkeit, ... die einmal gegebene Rechtsordnung nicht wieder zu Gunsten eines Einzelnen durchbrochen werde.
Geschlechtlichkeit 235 Die Geschlechtlichkeit ist eine biologische Tatsache, die, obwohl von aussserordentlicher Bedeutung für das Seelenleben, psychologisch schwer zu erfassen ist. 235 Für sie verblasst der geschlechtliche Gegensatz zu dem von Aktivität und Passivität, wobei wir allzu unbedenklich die Aktivität mit der Männlichkeit, die Passivität mit der Weiblichkeit zusammenfallen lassen
Gesellschaft 244 Die gesellschaftliche Bindung hauptsächlich durch Identifizierung der Teilnehmer untereinander hergestellt wird, während Führerindividualitäten nicht zu jener Bedeutung kommen, die ihnen bei der Massenbildung zufallen sollte.
Gewissen 250 „Gewissen“ 251 „schlechtes Gewissen“... verdient es diesen Namen nicht, denn auf dieser Stufe ist das Schuldbewusstsein offenbar nur Angst vor dem Liebesverlust, „soziale“ Angst. 252 Damit werden die Gewissensphänomene auf eine neue Stufe gehoben, im Grunde sollte man erst jetzt von Gewissen und Schuldgefühl sprechen 252 entfällt auch die Angst vor dem Entdecktwerden 252 auf dieser zweiten Entwicklungsstufe 252 umso strenger und misstrauischer, je tugendhafter der Mensch ist, so dass am Ende gerade die es in der Heiligkeit am weitesten gebracht, sich der ärgsten Sündhaftigkeit beschuldigen 253 aus der ursprünglichen infantilen Stufe des Gewissens 254 Strenge des Über-Ichs, also die Gewissensforderung 254 wo bleibt Raum für den das Gewissen verstärkende Einfluss des Unglücks (des von aussen auferlegten Verzichts) ... die ausserordentliche Strenge des Gewissens bei den Besten und Fügsamsten 255 anfangs ist zwar das Gewissen ... Ursache des Triebverzichts ... später kehrt sich das Verhältnis um 255 jeder Triebverzicht wird nun eine dynamische Quelle des Gewissens, jeder neue Verzicht steigert dessen Strenge und Intoleranz 255 das Gewissen ist die Folge des Triebverzichts 255 der (uns von aussen auferlegte) Triebverzicht schafft das Gewissen, das dann weiteren Triebverzicht fordert. 255 Wirkung des Triebverzichts auf das Gewissen geht dann so vor sich, dass jedes Stück Aggression, dessen Befriedigung wir unterlassen, vom Über-Ich übernommen wird und dessen Aggression (gegen das Ich) steigert 256 das Gewissen sei im Anfang entstanden durch die Unterdrückung einer Aggression und verstärke sich im weiteren durch neue solche Unterdrückungen. 256 erscheint unabhängig von ihr, bei sehr milder Erziehung kann ein Kind ein sehr strenges Gewissen bekommen 257 Die Unterschiede der beiden Auffassungen von der Genese des Gewissens verringern sich also noch mehr, wenn man von der individuellen zur phylogenetischen Entwicklungsgeschichte übergeht. 257 Wenn man ein Schuldgefühl hat, nachdem und weil man etwas verbrochen hat, so sollte man dies Gefühl eher Reue nennen 257 ... bezieht sich nur auf die Tat, setzt ... voraus, dass ein Gewissen, die Bereitschaft, sich schuldig zu fühlen, bereits vor der Tat bestand. 258 Anteil der Liebe an der Entstehung des Gewissens 262 eine Funktion, die wir ihm [dem Über-Ich] neben anderen zuschreiben 262 von Gewissen sollte man nicht eher sprechen, als bis ein Über-Ich nachweisbar ist.
Gewissensangst 254 Die Aggression des Gewissens konserviert die Aggression der Autorität
Glück 208 diese Absicht, dass der Mensch „glücklich“ sei, ist im Plan der „Schöpfung“ nicht enthalten 208 „Glück“ [das Erleben starker Lustgefühle] 208 Glücksmöglichkeiten durch unserer Konstitution beschränkt 209 das Glück, das man auf diesem Weg erreichen kann [Rückzug], ist das der Ruhe 211 Das Glücksgefühl bei Befriedigung einer wilden, vom ich ungebändigten Treibregung ist unvergleichlich intensiver als das bei Sättigung eines gezähmten Triebes. 214 das Programm, welches uns das Lustprinzip aufdrängt, glücklich zu werden, ist nicht zu erfüllen. 215 sehr verschiedene Wege dahin ... entweder den positiven Inhalt des Ziels, den Lustgewinn oder den negativen, die Unlustvermeidung. 215 ist ein Problem der individuellen Libidoökonomie 215 keinen Rat, der für alle taugt; ein jeder muss selbst versuchen, auf welche besondere Fasson er selig werden kann. 215 Wie der vorsichtige Kaufmann es vermeidet, sein ganzes Kapital an einer Stelle festzulegen, so wird vielleicht auch die Lebensweisheit raten, nicht alle Befriedigung von einer einzigen Strebung zu erwarten [Ethik] 215 der Erfolg ist niemals sicher ... von der Fähigkeit der psychischen Konstitution, ihre Funktion der Umwelt anzupassen und diese für Lustgewinn auszunützen. 215 Ungünstige Triebkonstitution mitgebracht und die zur späteren Leistung Umbildung und Neuordnung seiner Libidokomponenten nicht regelmässig durchgemacht hat, wird es schwer haben, aus seiner äusseren Situation Glück zu gewinnen. 219 Glücksökonomie 220 das Glück ist aber etwas durchaus Subjektives 220 das Wesen dieser Kultur ... deren Glückswert 220 keine Formel fordern, die dieses Wesen in wenigen Worten ausdrückt, noch ehe wir etwas aus der Untersuchung erfahren haben.222 der heutige Mensch sich in seiner Gottähnlichkeit nicht glücklich fühlt. 244 beglückende Lebensordnung 265 Programm des Lustprinzips, Glücksbefriedigung zu finden, als Hauptziel festgehalten 265 Interferenz zweier Strebungen, des Strebens nach Glück, das wir gewöhnlich „egoistisch“ und des Strebens nach Vereinigung mit den andern in der Gemeinschaft, das wir „altruistisch“ heissen 265 die egoistische oder Glücksstrebung 268 das Glück des Ichs
Goethe 248
Hunger 245 „Hunger und Liebe“ (Schiller) 245 Vertreter jener Triebe, die das Einzelwesen erhalten wollen
Ich, das 198 erscheint uns selbständig, einheitlich, gegen alles andere gut abgesetzt 198 nach innen ohne scharfe Grenze 198 dem Es ... als Fassade dient [dem Es] 198 nach aussen ... klare und scharfe Grenzlinien 199 Loslösung des Ichs von der Empfindungsmasse
Ichgefühl 199 Störungen unterworfen 200 primäre[s] Ichgefühl 200 Ichgefühl der Reifezeit
Ichgrenze 199 [Ersterwähnung] sind nicht beständig
Ideal 218 Mechanismus der Neurosen, die das bisschen Glück des Kulturmenschen zu untergraben drohen 218 weil er das Mass von Versagung nicht ertragen kann, dass ihm die Gesellschaft im Dienste ihrer kulturellen Ideale auferlegt. 218 kulturellen Ideale 241 Idealgebot, den nächsten so zu lieben, wie sich selbst.
Idealvorstellung 222 von Allmacht und Allwissenheit
Idee 246 249 die Kultur sei ein besonderer Prozess, der über die Menschheit abläuft, und wir stehen noch immer unter dem Banne dieser Idee
Identifizierung 258 richtete durch Identifizierung mit dem Vater das Über-Ich auf, gab ihm die Macht des Vaters wie zur Bestrafung für die gegen ihn verübte Tat der Aggression, schuf die Einschränkungen, die eine Wiederholung der Tat verhüten sollten
Illusion 197 [der Religion] 242 [des Kommunismus] mit der Aufhebung des Privateigentum entzieht man der menschlichen Aggressionslust eines ihrer Werkzeuge
Individuum 250
Infantilismus 216
Instanz ² 211 das Herrschende sind dann die höheren psychischen Instanzen, die sich dem Realitätsprinzip unterworfen haben.
Introjektion 253
Introjizieren 250 wird introjiziert, verinnerlicht
Israel 253 schuf aus seinem Schuldbewusstsein die überstrengen seiner Priesterreligion.
Judentum 249 der Jude in der Welt des arischen Ideals
Jung, C.G. 246
Kommunismus 241 Der Mensch ist eindeutig gut, seinem nächsten wohlgesinnt ... 242 ich habe nichts mit der wirtschaftlichen Kritik des kommunistischen System zu tun, ich kann nicht untersuchen, ob die Abschaffung des Privateigentums zweckdienlich und vorteilhaft ist. 242 wer in seinen eigenen jungen Jahren das Elend der Armut verkostet, die Gleichgiltigkeit und den Hochmut der Besitzenden erfahren hat, sollte vor dem Verdacht schützt sein, dass er kein Verständnis und kein Wohlwollen für die Bestrebungen hat, die Besitzungleichheit der Menschen und was sich aus ihr ableitet, zu bekämpfen. 242 Aber seine psychologischen Voraussetzungen vermag ich als haltlose Illusion zu erkennen. 242 an den Unterschieden von Macht und Einfluss, welche die Aggression für ihre Absichten missbraucht, daran hat man nichts geändert, auch an ihrem Wesen nicht. 242 nicht durch das Eigentum geschaffen worden. 243 der Versuch, eine neue kommunistische Kultur in Russland aufzurichten, in der Verfolgung der Bourgeois seine psychologische Unterstützung findet. Man fragt sich nur besorgt, was die Sowjets anfangen werden, nachdem sie ihre Bourgeois ausgerottet haben.
Konstitution, psychische 215 des Individuums 215 der vorwiegend erotische Mensch .... 215 der eher selbstgenügsame narzisstische ... der Tatenmensch [psychoanalytische Nosographie, Klassifikation] 215 von der Fähigkeit der psychischen Konstitution, ihre Funktion der Umwelt anzupassen und diese für Lustgewinn auszunützen. 256 256 Fn
Kontrast 208
Kultur 220 wir werden keine Formel fordern, die dieses Wesen in wenigen Worten ausdrücket, noch ehe wir etwas aus der Untersuchung erfahren haben. 220 Das Wort „Kultur“ die ganze Summe und Einrichtungen bezeichnet, in denen sich unser Leben von dem unserer tierischer Ahnen entfernt und die zwei Zwecken dienen: dem Schutz des Menschen gegen die Natur und der Regelung der Menschen untereinander. 217 Einen grossen Teil der Schuld an unserem Elend tragen unsere sogenannte Kultur; wir wären viel glücklicher, wenn wir sie aufgeben und in primitivere Verhältnisse zurückfinden würden 217 wie immer den Begriff Kultur bestimmen mag 220 das Wesen dieser Kultur ... deren Glückswert 220 es genügt also zu wiederholen, dass das Wort „Kultur“ die ganze Summe der Leistungen und Einrichtungen bezeichnet, in denen sich unser Leben von dem unserer tierischen Ahnen entfernt. 220 dem Schutz des Menschen vor der Natur und der Regelung der Beziehungen der Menschen untereinander. 220 als kulturell alle Tätigkeiten und Werte, die dem Menschen nützen... die Erde dienstbar machen, gegen die Gewalt der Naturkräfte schützen. 221 die ersten kulturellen Taten ... Gebrauch von Werkzeugen, die Zähmung des Feuer, der Bau von Wohnstätten 221 mit all seinen Werkzeugen vervollkommnen wird der Mensch seine Organe 221 das Wohnhaus ein Ersatz für den Mutterleib. 222 die Kulturhöhe eines Landes 223 die Schönheit verehre 223 Reinlichkeit und Ordnung 224 die Schätzung und Pflege der höheren psychischen Tätigkeiten, der intellektuellen, wissenschaftlichen und künstlerischen Leistungen, der führenden Rolle, welche den Ideen der Menschen eingeräumt wird. 224 Unter diesen Ideen stehen obenan die religiösen Systeme, ..., neben ihnen die philosophischen Spekulationen und endlich, was man die Idealbildungen der Menschen heissen kann. 224 Vorstellungen von einer möglichen Vollkommenheit der einzelnen Person, des Volkes, der ganzen Menschheit 225 man muss anerkennen, dass ihr Vorhandensein, besonders ihre Vorherrschaft, einen Hochstand der Kultur bedeutet. 225 in welcher Weis die Beziehungen der Menschen zueinander, die sozialen Beziehungen geregelt sind, die den Menschen als Nachbarn, als Hilfskraft, als Sexualobjekt eines anderen, als Mitglied eines Staates betreffen. 225 hier besonders schwer, sich von bestimmten Idealforderungen freizuhalten, und das, was überhaupt kulturell ist, zu erfassen. 225 Das kulturelle Element sei mit dem ersten Versuch, diese soziale Beziehung zu regeln, gegeben. 225 So wären diese Beziehungen der Willkür des Einzelnen unterworfen, .dh. der physisch Stärkere würde sie im sinne seiner Interessen und Triebregungen entscheiden. 225 Menschliches Zusammenleben wird erst ermöglicht, wenn sich eine Mehrheit zusammenfindet, die stärker ist als jeder Einzelne und jeden Einzelnen zusammenhält. Die Macht dieser Gemeinschaft stellt sich nun als „Recht“ der Macht des Einzelnen, die als „rohe Gewalt“ verurteilt wird, entgegen. 225 Ersetzung der Macht des Einzelnen durch die der Gemeinschaft ist der entscheidende kulturelle Schritt. 225 nächste kulturelle Anforderung ist also die der Gerechtigkeit, ... die einmal gegebene Rechtsordnung nicht wieder zu Gunsten eines Einzelnen durchbrochen werde . 226 Willensausdruck einer kleinen Gemeinschaft ... welche sich zu anderen ... Massen wieder wie ein gewalttätiges Individuum verhält. [Völkerrecht] 226 Das Endergebnis soll ein Recht sein, zu dem alle ... durch ihre Triebopfer beigetragen haben und das keine ... zum Opfer der rohen Gewalt werden lässt. 226 die individuelle Freiheit ist kein Kulturgut. 226 Gut Teil des Ringens der Menschheit staut sich um die eine Aufgabe, eine zweckmässigen, d.h. beglückenden Ausgleich zwischen diesen individuellen und den kulturellen Massenansprüchen zu finden, es ist eines ihrer Schicksalprobleme, ob dieser Ausgleich durch eine bestimmte Gestaltung der Kultur erreichbar oder ob der Konflikt unversöhnlich ist. 226 Die Kulturentwicklung erscheint uns als ein eigenartiger Prozess, der über die Menschheit abläuft, an dem uns manches wie vertraut anmutet. Diesen wir können wir durch die Veränderung charakterisieren, die er mit den bekannten menschlichen Triebanlagen vornimmt 227 Die Ähnlichkeit des Kulturprozesses mit der Libidoentwicklung des Einzelnen zuerst aufdrängen. 227 in welchem Ausmass Kultur auf Triebverzicht aufgebaut ist, wie sehr sie gerade die Nichtbefriedigung (Unterdrückung), Verdrängung (oder sonst etwas?) von mächtigen Trieben zur Voraussetzung hat. 227 „Kulturversagung“ beherrscht das grosse Gebiet der sozialen Beziehungen der Menschen; wir wissen bereits, sie ist die Ursache der Feindseligkeit, gegen die alle Kulturen zu kämpfen haben. 229 Am Beginne des verhängnisvollen Kulturprozesses [Ersterwähnung] stünde also die Aufrichtung des Menschen 230 die totemistische Kultur ruht auf den Einschränkungen 230 die Tabuvorschriften waren das erste „Recht“ 230 das Zusammenleben der Menschen also zweifach begründet durch den Zwang zur Arbeit, den die äussere Not schuf, und durch die Macht der Liebe 230 da die beiden grossen Mächte dabei zusammenwirkten, könnte man erwarten, dass sich die weitere Entwicklung glatt vollziehen würde 231 man versteht auch nicht leicht, wie diese Kultur auf ihre Teilnehmer anders als beglückend wirken kann 233 die Frauen in einen Gegensatz zur Kulturströmung und entfalten ihren verzögernden und zurückhaltenden Einfluss 233 die Frauen vertreten die Interessen der Familie und des Sexuallebens; die Kulturarbeit ist immer mehr Sache der Männer geworden, stellt ihnen immer schwierigere Aufgaben, nötigt sie zu Triebsublimierungen, denen die Frauen wenig gewachsen sind. 233 von seiten der Kultur ist die Tendenz zur Einschränkung des Sexuallebens nicht minder deutlich 233 erste Kulturphase, die des Totemismus, bringt das Verbot der inzestuösen Objektwahl mit sich. 233 Die wirtschaftliche Struktur der Gesellschaft beeinflusst auch das Mass der restlichen Sexualfreiheit. 233 die Kultur dabei dem Zwang der ökonomischen Notwendigkeit folgt, da sie der Sexualität einen grossen Betrag der psychischen Energie entziehen muss. 234 Kulturgesellschaft [Ersterwähnung] 237 Die Kultur verlangt aber noch andere Opfer als an Sexualbefriedigung. 237 De Schwierigkeiten der Kulturentwicklung als eine allgemeine Entwicklungsschwierigkeit aufgefasst, indem wir sie auf die Trägheit der Libido zurückführten [Analogie] 238 die Kultur sich nicht mit den ihr bisher zugestandenen Bindungen begnügt, dass sie die Mitglieder der Gemeinschaft auch libidinös aneinander binden will, ... starke Identifizierungen unter ihnen herzustellen ... die Gemeinschaftsbande durch Freundschaftsbeziehungen zu kräftigen. 238 fehlt aber die Einsicht in die Notwendigkeit, welche die Kultur auf diesen Weg drängt und ihre Gegnerschaft zur Sexualität begründet. 241Die Existenz dieser Aggresssionsneigung, die wir bei uns selbst verspüren können, beim anderen mit Recht voraussetzen, ist das Moment, das unser Verhältnis zum Nächsten stört und die Kultur zu ihrem Aufwand [an Energie] nötigt 241 infolge dieser primären Feindseiligkeit der Menschen gegeneinander ist die Kulturgesellschaft beständig vom Zerfall bedroht. 241 Interesse der Arbeitsgemeinschaft würde sie nicht zusammenhalten. 244 der gegenwärtige Kulturzustand Amerikas gäbe eine gute Gelegenheit, diesen befürchteten Kulturschaden zu studieren. 249 die Kultur ich stärkstes Hindernis in ihr findet 249 die Kultur sei ein besonderer Prozess, der über die Menschheit abläuft, und wir stehen noch immer unter dem Banne dieser Idee 249 im Dienste des Eros [usw.] 249 Sinn der Kulturentwicklung ... muss uns den Kampf zwischen Eros und Tod, Lebenstrieb und Destruktionstrieb zeigen wie er sich an der Menschenart vollzieht 249 die Kulturentwicklung kurzweg zu bezeichnen als der Lebenskampf der Menschenart 249 Streit der Giganten 250 Kultur bewältigt also die gefährliche Aggressionslust des Individuums, indem sie es schwächt, entwaffnet und durch eine Instanz in seinem Innern, wie durch eine Besatzung in der eroberten Stadt, überwachen lässt. 258 einem innern erotischen Antrieb gehorcht 258 der notwendige Entwicklungsgang von der Familie zur Menschheit 267 Kultur-Über-Ich
Kultur-Über-Ich 267 So zeigt sich, dass sie mit den Vorschriften des jeweiligen Kultur-Über-Ichs zusammenfallen. 267 an dieser Stelle sind ... beide Vorgänge, der kulturelle Entwicklungsprozess der Menge und der eigene des Individuums regelmässig miteinander verklebt. 267 hat seine Ideale ausgebildet.
Kulturfeindlichkeit 218 224 natürlichen Hang zur Nachlässigkeit, Unregelmässigkeit und Unzuverlässigkeit in seiner Arbeit an den Tag legt, und erst mühselig zur Nachahmung der himmlischen Vorbilder erzogen werden muss. 226 Es [Freiheitsdrang] kann ... dem Rest der ursprünglichen, von der Kultur ungebändigten Persönlichkeit entstammen und so Grundlage der Kulturfeindseligkeit werden. Der Freiheitsdrang richtet sich also gegen bestimmt Formen und Ansprüche der Kultur oder gegen Kultur überhaupt. . 227 „Kulturversagung“ beherrscht das grosse Gebiet der sozialen Beziehungen der Menschen; wir wissen bereits, sie ist die Ursache der Feindseligkeit, gegen die alle Kulturen zu kämpfen haben. 233 Die Frau durch die Ansprüche der Kultur in den Hintergrund gedrängt und tritt zu ihr in ein feindliches Verhältnis.
Kulturideale 222 [Ersterwähnung] diese Götter waren Kulturideale 222 Der Mensch ist sozusagen eine Art Prothesengott geworden
Kulturkampf 250
Kulturkritik 244 wenn wir gegen unseren jetzigen Kulturzustand mit Recht einwenden, wie unzureichend er unsere Forderungen an eine beglückende Lebensordnung erfüllt, wie viel Leid er gewähren lässt, das wahrscheinlich zu vermeiden wäre, wenn wir mit schonungsloser Kritik die Wurzeln seiner Unvollkommenheit aufzudecken streben, üben wir gewiss unser gutes Recht und zeigen uns nicht als Kulturfeinde. 244 Wir dürfen erwarten, allmählich solche Abänderungen unserer Kultur durchzusetzen, die unsere Bedürfnisse besser befriedigen und jener Kritik entgehen. Aber vielleicht machen wir uns auch mit der Idee vertraut, dass es Schwierigkeiten gibt, die dem Wesen der Kultur anhaften und die keinem Reformversuch weichen werden.
Kulturpessimismus ² 219 Stimme der pessimistischen Kritik 219 indem man in kalter Winternacht ein Bein nackt aus der Decke herausstreckt und es dann wieder einzieht 226 haben wir uns gehütet, dem Vorurteil beizustimmen, Kultur sei gleichbedeutend mit Vervollkommnung, sei der Weg zur Vollkommenheit, die dem Menschen vorgezeichnet ist. . 244 der gegenwärtige Kulturzustand Amerikas gäbe eine gute Gelegenheit, diesen befürchteten Kulturschaden zu studieren.
Kulturprozess 265 jene Modifikation des Lebensprozesses, die er unter dem Einfluss einer vom Eros gestellten, von der Ananke, der realen Not angeregten Aufgaben erfährt, und diese Aufgabe ist die Vereinigung vereinzelter Menschen zu einer unter sich libidinös verbundenen Gemeinschaft
Kunst 207 Höchstleistungen der Menschen 207 [Ästhetik] Ersatzbefriedigungen, wie die Kunst sie bietet, sind gegen die Realität Illusionen
Leben 207 ist zu schwer für uns 207 Hilfskonstruktionen [a] Ablenkungen [Garten] [b] Ersatzbefriedigungen [Kunst] [c] Rauschstoffe. Irgend etwas von dieser Art ist unerlässlich
Lebenstechnik 216
Lebenszweck 207 Zweck des menschlichen Lebens ... dass man ein Recht dazu hat, die Frage abzulehnen 208 Sie streben nach dem Glück 208 die Abwesenheit von Schmerz und Unlust, anderseits das Erleben starker Lust 208 Programm des Lustprinzips, das den Lebenszweck setzt 209 dass das Idee eines Lebenszwecks mit dem religiösen System steht und fällt 234 Quelle von Glücksempfindungen, also in der Erfüllung unseres Lebenszweckes 249 dieser Kampf ist der wesentliche Inhalt des Lebens überhaupt
Leiblichkeit 211 [Ersterwähnung] 227 Triebanlagen vornimmt, deren Befriedigung doch die ökonomische Aufgabe unseres Lebens ist.
Leidabwehr 210 Ursache schweren Leidens, wenn die Aussenwelt uns darben lässt, ... [a] Triebe ertötet ... Yogapraxis 210 (das Leben geopfert) 211[b] ermässigten Zielen, wenn man die Beherrschung des Trieblebens anstrebt 211 ein gewisser Schutz gegen Leiden wird dadurch erreicht, dass die Unbefriedigung der in Abhängigkeit gehaltenen Triebe nicht so schmerzlich empfunden wird wie die der ungehemmten. 211 unleugbare Herabsetzung der Genussmöglichkeiten. 211[c] andere Technik der Leidabwehr bedient sich der Libidoverschiebungen. 212 [d] Illusionen dieser Phantasiebefriedigungen, Genuss an Werken der Kunst ... Lustquelle und Lebenströstung 212 [e] Der Eremit kehrt dieser Welt den Rücken 212 [f] man kann sie umschaffen wollen, anstatt ihrer eine andere aufbauen ... 213 wer in verzweifelter Empörung diesen Weg zum Glück einschlägt, wird in der Regel nichts erreichen; die Wirklichkeit ist zu stark für ihn. 213 Wahn 213 die Liebe zum Mittelpunkt nimmt, alle Befriedigung aus dem Lieben und Geliebtwerden erwartet. 213 die geschlechtliche Liebe ... die stärkste Erfahrung einer überwältigenden Lustempfindung ... Vorbild für unser Glücksstreben. 213 was ist natürlicher, als dass wir dabei beharren, das Glück auf demselben Wege zu suchen, auf dem wir es zuerst begegnet haben. 214 Niemals sind wir ungeschützter gegen das Leiden als wenn wir lieben, niemals hilfloser unglücklich, als wenn wir das geliebte Objekt oder seine Liebe verloren haben. 214 Glückswert der Liebe ... Lebenstechnik 214 ästhetische Einstellung zum Lebensziel bietet wenig Schutz gegen drohende Leiden, vermag aber für vieles zu entschädigen. 214 Nutzen der Schönheit liegt nicht klar zutage. 216 als letzte Lebenstechnik, die ihm wenigstens Ersatzbefriedigungen verspricht, bietet sich ihm die Flucht in die neurotische Krankheit [Neurose] 216 Lustgewinn der chronischen Intoxikation [Sucht] 216 verzweifelten Auflehnungsversuch der Psychose. 220 im Falle äusserster Leidmöglichkeit werden auch bestimmte seelische Schutzvorrichtungen in Tätigkeit versetzt. 230 Eros und Ananke sind auch die Eltern der menschlichen Kultur geworden 230 der erste Kulturerfolg war, dass nun auch eine grössere Anzahl von Menschen in Gemeinschaft bleiben konnten 232 Konflikt zwischen der Familie und der grösseren Gemeinschaft, der der Einzelne angehört ... die Familie will aber das Individuum nicht freigeben.
Leidenschaften 241 triebhafte Leidenschaften sind stärker als vernünftige Interessen
Leidensquellen 208, 217 sozialen Leidensquellen. 217 es könnte auch hier [in den Institutionen] ein Stück der unbesiegbaren Natur dahinterstecken, diesmal unserer eigenen psychischen Beschaffenheit. 217 Quellen des Leidens
Libido Beschaffenheit. 217 Quellen des Leidens Libido 248 der Name Libido kann wiederum für die Kraftäusserungen des Eros verwendet werden, um sie von der Energie des Todestriebes zu sondern
Libidoökonomie 215 individuellen Libidoökonomie
Liebe 214 Niemals sind wir ungeschützter gegen das Leiden als wenn wir lieben, niemals hilfloser unglücklich, als wenn wir das geliebte Objekt oder seine Liebe verloren haben. 214 Glückswert der Liebe ... Lebenstechnik 230 die Macht der Liebe, die von seiten des Mannes das Sexualobjekt im Weibe, von seiten des Weibes das von ihr abgelöste Teilstück des Kindes nicht entbehren wollte. 231 man sich auf diesem Wege in bedenklichster Weise von einem Stück der Aussenwelt, nämlich vom gewählten Liebesobjekt, abhängig mache und dem stärksten Leiden aussetze, wenn man von diesem verschmäht werde oder es durch Untreue oder Tod verliere. 231 die Weisen aller Zeiten haben darum nachdrücklichst von diesem Lebensweg abgeraten; er hat dennoch für eine grosse Anzahl von Menschenkindern seine Anziehung nicht verloren. 231 seelische Abänderungen der Liebesfunktion... Hauptwert vom Geliebtwerden auf das eigene Lieben verschieben ... auf alle Menschen richten 231 den Trieb in eine zielgehemmte Regung verwandeln 231 Franciscus von Assisi 232 Bereitschaft zur allgemeinen Menschen- und Weltliebe 232 eine Liebe, die nicht auswählt, scheint uns einen Teil ihres eigenen Werts einzubüssen, indem sie an dem Objekt ein Unrecht tut. Und weiter: es sind nicht alle Menschen liebenswert. 232 In beiden Formen setzt sie ihre Funktion fort, eine grössere Anzahl von Menschen aneinander zu binden. und in intensiverer Art, als es dem Interesse der Arbeitsgemeinschaft gelingt. 232 des Wortes „Liebe“ ... zwischen Mann und Weib, die auf Grund ihrer genitalen Bedürfnisse eine Familie gegründet haben ... die positiven Gefühle zwischen Eltern und Kindern, zwischen den Geschwistern in der Familie, obwohl ... diese Beziehung als zielgehemmte Liebe 232 vollsinnliche und zielgehemmte Liebe greifen über die Familie hinaus und stellen neue Bindungen an bisher Fremde her. 232 widersetzt sich die Liebe den Interessen der Kultur, anderseits bedroht die Kultur die Liebe mit empfindlichen Einschränkungen 237 die sexuelle Liebe ein Verhältnis zwischen zwei Personen ist, bei dem ein Dritter nur überflüssig oder störend sein kann 237 das Liebespaar genügt sich selbst, braucht auch nicht das gemeinsame Kind, um glücklich zu sein. 242 mit alleiniger Ausnahme der einer Mutter zu ihrem männlichen Kind 245 die Liebe strebt nach Objekten 247 alles, was an der Liebe gefährlich und feindselig gefunden wird, lieber einer ursprünglichen Bipolarität ihres eigenen Wesen zuzuschreiben. 258 258 Anteil der Liebe an der Entstehung des Gewissens
Literatur, analytische 263 in der neuesten analytischen Literatur
Lustprinzip 208 Programm des Lustprinzips, das den Lebenszweck setzt 208 jede Fortdauer einer vom Lustprinzip ersehnten Situation ergibt nur ein Gefühl von lauem Behagen 208 nur den Kontrast intensiv geniessen können 225 die Triebfeder aller menschlichen Tätigkeiten sei das Streben nach den beiden zusammenfliessenden Zielen, Nutzen und Lustgewinn
Mann 233 was er für kulturelle Zwecke verbraucht entzieht er grossenteils den Frauen und dem Sexualleben; das beständige Zusammensein mit Männern, seine Abhängigkeit von den Beziehungen zu ihnen entfremden ihn sogar seinen Aufgaben als Ehemann und Vater.
Masochismus 247 Widerpart, im Masochismus, eine Verbindung der nach innen gerichteten Destruktion mit der Sexualität
Masse 258
Menschheit 249 Menschenmengen
Milieu 256
Mutterbrust 199 das Begehrteste
Mystik 205
Narzissmus 204 209 gewollte Vereinsamung, Fernhaltung von den anderen 243 „Narzissmus der kleinen Differenzen“ 246 Einsicht, dass das Ich selbst mit Libido besetzt ist, sogar deren ursprüngliche Heimstätte sei und gewissermassen auch ihr Hauptquartier bleibe. 246 machte es möglich, die traumatische Neurose sowie viele den Psychosen nahe stehenden Affektionen und diese selbst analytisch zu fassen.
Natur 209 zum Angriff auf die Natur übergeht. 217 nie vollkommen beherrschen, unser Organismus, selbst ein Stück dieser Natur
Neurose 216 die individuelle Neurose zu ersparen 218 Mechanismus der Neurosen, die das bisschen Glück des Kulturmenschen zu untergraben drohen 218 weil er das Mass von Versagung nicht ertragen kann, dass ihm die Gesellschaft im Dienste ihrer kulturellen Ideale auferlegt. 218 Man schloss daraus, dass es eine Rückkehr zu Glücksmöglichkeiten bedeutete, wenn diese Anforderungen aufgehoben oder sehr herabgesetzt würden. 264 jede Neurose einen Beitrag von unbewusstem Schuldgefühl verhüllt, der wiederum die Symptome durch ihre Verwenddung zur Strafe befestigt 264 wenn eine Triebstrebung der Verdrängung unterliegt, so werden ihre libidinösen Anteile in Symptome, ihre aggressiven Komponenten in Schuldgefühl umgesetzt 268
Neurose, traumatische 246
Nutzen 225
Objekt 199 stellt sich dem Ich zuerst ein „Objekt“ entgegen, als etwas, was sich „ausserhalb“ befindet 200 manches, was man als lustspendend nicht aufgeben möchte, ist doch nicht Ich, ist Objekt
Objekttriebe 245 246
Ordnung 223 Beobachtung der grossen astronomischen Regelmässigkeiten hat den Menschen nicht nur das Vorbild, sondern die ersten Anhaltspunkt für die Einführung der Ordnung in sein Leben gegeben. 224 eine Art Wiederholungszwang 224 die Wohltat der Ordnung ist ganz unleugbar ... die beste Ausnützung von Raum und Zeit, während sie seine psychischen Kräfte schont.
Ozeanische, das 197 Gefühl von etwas Unbegrenztem, Schrankenlosen 197 kann dies „ozeanische“ Gefühl nicht in mir entdecken
Pathologie 199 Die Pathologie lehrt uns
Perversion ² 211 Die Unwiderstehlichkeit perverser Impulse, vielleicht der Anreiz des Verbotenen überhaupt, findet hierin eine ökonomische Erklärung.
Philosophie ² 206 Philosophen, die den Gott der Religion zu retten glauben, indem sie ihn durch ein unpersönliches, schattenhaft abstraktes Prinzip ersetzen
Phylogenese 257 Vater der Vorzeit war gewiss fürchterlich
Primitive ² Über den heute lebenden Primitiven haben wir durch sorgfältige Erkundung erfahren, dass sein Triebleben keineswegs ob seiner Freiheit beneidet werden darf; es unterliegt Einschränkungen von anderer Art, aber vielleicht von grösserer Strenge als das des modernen Kulturmenschen. 254 wenn er Unglück gehabt hat, gibt er nicht sich die Schuld sondern dem Fetisch ... und verprügelt ihn.
Propheten 253
Psychose 216 verzweifelten Abwehrversuch der Psychose
Realitätsprinzip 200 209 wenn man sich bereits glücklich preist, dem Unglück entgangen zu sein 209 die Aufgabe der Leidvermeidung die der Lustgewinnung in den Hintergrund drängt
Recht ² 225 Die Macht dieser Gemeinschaft stellt sich nun als „Recht“ der Macht des Einzelnen, die als „rohe Gewalt“ verurteilt wird, entgegen. 225 über den ethischen Wert eines solchen Rechts wird hiermit nicht entschieden. Die gröbsten Ausschreitungen der brutalen Gewalt zu verhüten, indem sie sich selbst das Recht beilegt, an den Verbrechern Gewalt zu übern.
Regression 201 205 zu uralten längst überlagerten Zuständen des Seelenlebens. 205 „Es freue sich wer da atmet im rosigen Licht“ [Schiller]
Reinlichkeit 223 Reinlichkeit und Ordnung 224 auch von der Hygiene gefordert.
Religion 204 Es mag noch anderes dahinterstecken, aber das verhüllt einstweilen der Nebel 206 System von Lehren und Verheissungen, das ... die Rätsel dieser Welt mit beneidenswerter Vollständigkeit aufklärt. 206 das Ganze ist so offenkundig infantil. 213 Massenwahn müssen wir auch die Religionen der Menschheit kennzeichnen. 216 ihre Technik besteht darin, den Wert des Lebens herabzudrücken und das Bild der realen Welt wahnhaft zu entstellen, was die Einschüchterung der Intelligenz zur Voraussetzung hat ... Fixierung eines psychischen Infantilismus. 216 vielen Menschen die individuelle Neurose zu ersparen 225 dass man sich nicht durch Werturteile über einzelne dieser religiösen, philosophischen Systeme und dies Ideale beirren lasse; ob man die höchste Leistung des Menschengeistes in ihnen sucht oder ob man sie als Verirrungen beklagt, man muss anerkennen, dass ihr Vorhandensein, besonders ihre Vorherrschaft, einen Hochstand der Kultur bedeutet. 243 äusserste Intoleranz des Christentums gegen die draussen verbliebenen eine unvermeidliche Folge geworden 243 den Römern, die ihr staatliches Gemeinwesen nicht auf die Religion gegründet hatten, war religiöse Unduldsamkeit fremd gewesen, obwohl die Religion bei ihnen Sache des Staates und der Staat von Religion durchtränkt war. 248 Ebenbild seiner eigenen Vollkommenheit 261 haben die Rolle des Schuldgefühls in der Kultur nie verkannt . 261 treten mit dem Anspruch auf, die Menschheit von diesem Schuldgefühl, das sie Sünde heissen, zu erlösen.
Religiös 197 Quelle der Religiosität
Reue 257 Wenn man ein Schuldgefühl hat, nachdem und weil man etwas verbrochen hat, so sollte man dies Gefühl eher Reue nennen 257 ... bezieht sich nur auf die Tat, setzt ... voraus, dass ein Gewissen, die Bereitschaft, sich schuldig zu fühlen, bereits vor der Tat bestand. 257 Schuldgefühl aus Reue. 258 nachdem der Hass durch die Aggression befriedigt war, kam in der Reue die über die Tat die Liebe zum Vorschein 262 eine Gesamtbezeichnung für die Reaktion des Ichs in einem Falle des Schuldgefühls [nämlich der Tat], enthält das wenig umgewandelte Empfindungsmaterial der dahinter wirksamen Angst, ist selbst eine Strafe und kann das Strafbedürfnis einschliessen; 262 kann also älter sein als das Gewissen 263
Rom 202 Ewige Stadt 202 ein psychisches Wesen
Roma Quadrata 201
Sadismus 247 im längst als Partialtrieb der Sexualität bekannten Sadismus ... besonders starke Legierung des Liebesstrebens mit dem Destruktionstrieb. 247 im Sadismus und Masochismus die stark mit Erotik legierten Äusserungen des nach aussen und nach innen gerichteten Destruktionstriebes immer wieder vor uns gesehen haben
Schicksal 204 209 253 Ersatz der Elterninstanz 253 im Schicksal nur den Ausdruck des göttlichen Willens erkennt.
Schmerz 209 Schmerz und Angst als Warnsignale
Schönheit 223 das Unnütze, dessen Schätzung wir von der Kultur erwarten, ist die Schönheit 223 wir fordern, dass der Kulturmensch die Schönheit verehre
Schuldbewusstsein 250 Spannung zwischen dem gestrengen Über-Ich und dem ihm unterworfenen Ich; sie äussert sich als Strafbedürfnis. 254 nun keine voll befreiende Wirkung mehr ... für ein drohendes äusseres Unglück ... hat man ein anderes inneres Unglück, die Spannung des Schuldbewusstseins, eingetauscht 254 im zweiten Falle Gleichwertung von böser Absicht und böser Tat, daher Schuldbewusstsein, Strafbedürfnis 260 wir sind doch gewöhnt, anstatt Schuldgefühl „Schuldbewusstsein“ zu sagen 261 das durch die Kultur erzeugte Schuldbewusstsein nicht als solches erkannt wird, zum grossen Teil unbewusst bleibt oder als ein Unbehagen, Unzufriedenheit zum Vorschein kommt, für die man andere Motivierungen sucht. 262 muss man zugeben, dass es früher besteht als das Über-Ich, also auch als das Gewissen. 262 ist dann der unmittelbare Ausdruck der Angst vor der äusseren Autorität 262 Die Übereinanderlagerung dieser beiden Schichten des schuldgefühlt – aus Angst vor der äusseren und vor der inneren Autorität -
Schuldgefühl 251 man fühlt sich schuldig, wenn man etwas getan hat, was man als „böse“ erkennt 251 warum hier die Absicht der Ausführung gleichgeachtet wird. 257 „Es ist also ganz gleichgültig, ob man den Vater umbringt oder nicht, ein Schuldgefühl bekommt man auf alle Fälle! ...“ 257 Wenn man ein Schuldgefühl hat, nachdem und weil man etwas verbrochen hat, so sollte man dies Gefühl eherReue nennen 257 ... bezieht sich nur auf die Tat, setzt ... voraus, dass ein Gewissen, die Bereitschaft, sich schuldig zu fühlen, bereits vor der Tat bestand. 257 Schuldgefühl aus Reue 257 das Schuldgefühl der Menschheit aus dem Ödipuskomplex stammt 258 Geheimnis des Schuldgefühls 258 verhängnisvolle Unvermeidlichkeit des Schuldgefühls 258 ist der Ausdruck des Ambivalenzkonflikts, dem ewigen Kampf zwischen dem Eros und dem Destruktions- oder Todestrieb 258 was beim Vater begonnen wurde, vollendet sich an der Masse 259 Steigerung des Schuldgefühls ... bis zu Höhen, die der Einzelne schwer erträglich findet 260 Preis für den Kulturfortschritt in der Glückseinbusse durch die Erhöhung des Schuldgefühls bezahlt wird 260 Endergebnis unserer Untersuchung 261 in den meisten Fällen und Formen von Neurose bleibt es völlig unbewusst. 261 der Zwangsneurose, drängt sich das Schuldgefühl überlaut dem Bewusstsein auf. 261 Die Kranken glauben uns nicht, wenn wir ein „unbewusstes Schuldgefühl“ zumuten. 261 um nur halbwegs von ihnen verstanden zu werden, erzählen wir ihnen von einem unbewussten Strafbedürfnis, in dem sich das Schuldgefühl äussert. 261 auch bei der Zwangsneurose Typen von Kranken, die ihr Schuldgefühl nicht wahrnehmen oder als ein quälendes Unbehagen, eine Art von Angst erst dann empfinden, wenn sie an der Ausführung gewisser Handlungen verhindert werden. 261 im Grunde nichts als eine topische Abart der Angst 261 in seinen späteren Phasen fällt es ganz mit seiner Angst vor dem Über-Ich zusammen. 262 das Schuldgefühl, die Härte des Über-Ichs, ist also dasselbe wie die Strenge des Gewissens, ist die dem Ich zugeteilte Wahrnehmung, dass es in solcher Weise überwacht wird, die Abschätzung der Spannungen zwischen seinen Strebungen und der Forderungen des Über-Ichs, und die der ganzen Beziehung zugrunde liegende Angst vor dieser kritischen Instanz 263 bei seinem historischen Anfang, der Vatertötung 264 wenn eine Triebstrebung der Verdrängung unterliegt, so werden ihre libidinösen Anteile in Symptome, ihre aggressiven Komponenten in Schuldgefühl umgesetzt
Selbstvernichtungstrieb 270 Schicksalsfrage der Menschheit scheint mir zu sein, ob und in welchem Mass es ihrer Kultur wirklich gelingen wird, der Störung des Zusammenlebens durch den menschlichen Aggressionstrieb- und Selbstvernichtungstrieb Herr zu werden.
Sexualität 219 unser Sexualleben in der Ehe unter schwierige Bedingungen gebracht 234 die Objektwahl des geschlechtsreifen Individuums wird auf das gegenteilige Geschlecht eingeengt, die meisten aussergenitalen Befriedigungen als Perversionen untersagt. 234 Forderung eines für alle gleichartigen Sexuallebens setzt sich über die Ungleichheiten in der angeborenen und erworbenen Sexualkonstitution der Menschen hinaus, schneidet, ein ziemliche Anzahl von ihnen vom Sexualgenuss ab und wird so die Quelle schwerer Ungerechtigkeit. 234 Was von der Ächtung freibleibt, die heterosexuelle genitale Liebe, wird durch die Beschränkungen der Legitimität und der Einehe weiter beeinträchtigt. 234 das Sexualleben des Kulturmenschen ist doch schwer geschädigt, ... Eindruck einer in Rückbildung befindlichen Funktion, wie unser Gebiss und unsere Kopfhaare 234 dass seine Bedeutung als Quelle von Glücksempfindungen, also in der Erfüllung unseres Lebenszweckes, empfindlich nachgelassen hat. 235 Es sei nicht allein der Druck der Kultur, sondern etwas am Wesen der Funktion selbst versage uns die volle Befriedigung und dränge uns auf andere Wege. Es mag ein Irrtum sein, es ist schwer zu entscheiden. 235 dass der Einzelne in seinem Sexualleben männliche wie weibliche Wünsche befriedigen will, sind wir für die Möglichkeit vorbereitet, dass diese Ansprüche nicht durch das nämliche Objekt erfüllt werden und dass sie einander stören, wenn es nicht gelingt, sie auseinanderzuhalten. 264 dass die Verhinderung der erotischen Befriedigung ein Stück Aggressionsneigung gegen die Person hervorruft, welche die Befriedigung stört
Sexualität, infantile 234 die Kulturgesellschaft so weit gegangen ist, diese leicht nachweisbaren, ja auffälligen Phänomene auch zu leugnen.
Spekulation 246 Spekulationen über den Anfang des Lebens und von biologischen Parallelen
Strafbedürfnis 254 im zweiten Falle Gleichwertung von böser Absicht und böser Tat, daher Schuldbewusstsein, Strafbedürfnis 261 um nur halbwegs von ihnen verstanden zu werden, erzählen wir ihnen von einem unbewussten Strafbedürfnis, in dem sich das Schuldgefühl äussert. 262 ist eine Triebäusserung des Ichs, das unter dem Einfluss des sadistischen Über-Ichs masochistisch geworden ist, d.h. ein Stück des in ihm vorhandenen Triebs zur inneren Destruktion zu einer erotischen Bindung an das Über-Ich verwendet.
Strafenergie 263
Sublimierung 211 Die Sublimierung der Triebe leiht dazu ihre Hilfe [Verlegung der Triebziele, dass sie von der Versagung der Aussenwelt nicht getroffen werden können] 211 wenn man den Lustgewinn aus den Quellen psychischer und intellektueller Arbeit genügend zu erhöhen versteht. Das Schicksal kann einem dann wenig anhaben. 211 Die Freude des Künstlers am Schaffen, ..., die des Forschers an der Lösung von Problemen und an der Erkennung der Wahrheit, haben eine besondere Qualität, die wir gewiss eines Tages werden metapsychologisch charakterisieren können. 211 Nur bildweise sagen, sie erscheinen uns „feiner und höher“, aber ihre Intensität ist ... gedämpft; sie erschüttern nicht unsere Leiblichkeit. 211 sie pflegt zu versagen, wenn der eigene Leib die Quelle des Leidens wird. 215 227 Andere Triebe [neben denen der Analerotik] werden dazu veranlasst, die Bedingungen ihrer Befriedigung zu verschieben, auf andere Wege zu verlegen, was in den meisten Fällen mit der uns wohlbekannten Sublimierung (der Triebziele) zusammenfällt. 227 Die Triebsublimierung ist ein besonders hervorstechender Zug der Kulturentwicklung, ... höhere psychische Tätigkeiten, wissenschaftliche, künstlerische, ideologische eine so bedeutsame Rolle im Kulturleben spielen. 227 ist man versucht zu sagen, die Sublimierung sei überhaupt ein von der Kultur erzwungenes Triebschicksal. Aber man tut besser, sich das noch länger zu überlegen. 233 nötigt sie [die Männer] zu Triebsublimierungen, denen die Frauen wenig gewachsen sind
Sünde 253
Symptom ² 237 Ersatzbefriedigungen, die aber entweder an sich Leiden schaffen oder Leidensquell werden 264 Ersatzbefriedigungen für unerfüllte sexuelle Wünsche 264 wenn eine Triebstrebung der Verdrängung unterliegt, so werden ihre libidinösen Anteile in Symptome, ihre aggressiven Komponenten in Schuldgefühl umgesetzt
Tat 257 [Mord]
Todestrieb 246 ausser dem Eros einen Todestrieb 246 aus dem Zusammenwirken und Gegeneinanderwirken dieser beiden liessen sich die Phänomene des Lebens erklären 246 nicht leicht, die Tätigkeit dieses angenommenen Todestriebs aufzuzeigen 246 der Todestrieb stumm im Innern des Lebewesens an dessen Auflösung arbeite. 247 würde so selbst in den Dienst des Eros gezwängt, indem das Lebewesen anderes, Belebtes wie Unbelebtes, anstatt seines eigenen Selbst vernichtete 247 umgekehrt würde die Einschränkung dieser Aggression nach aussen die ohnehin immer vor sich gehende Selbstzerstörung steigern müssen 247 konnte man aus diesem Beispiel erraten 247 selten- vielleicht niemals – voneinander isoliert auftreten, sondern ... legieren und dadurch unserem Urteil unkenntlich machen. 247 Annahme des Todes- oder Destruktionstriebes hat selbst in analytischen Kreisen Widerstand gefunden. 248 der Name Libido kann wiederum für die Kraftäusserungen des Eros verwendet werden, um sie von der Energie des Todestriebes zu sondern 248 nur als Rückstand hinter dem Eros erraten 248 dass er sich uns entzieht, wo er nicht durch die Legierung mit dem Eros verraten wird 248 im Sadismus, wo er das erotische Ziel in seinem Sinne umbiegt, dabei doch das sexuelle Streben voll befriedigt, gelingt uns die klarste Einsicht in sein Wesen und seine Beziehung zum Eros 249 blindesten Zerstörungswut lässt sich nicht verkennen, dass seine Befriedigung mit einem ausserordentlich hohen narzisstischen Genuss verknüpft ist ... indem sie dem Ich die Erfüllung seiner alten Allmachtswünsche zeigt. 248 seine Annahme wesentlich auf theoretischen Gründen ruht, muss man zugeben, dass sie auch gegen theoretische Einwendungen nicht voll gesichert ist. 249 der sich mit ihm [Eros] in die Weltherrschaft teilt 249 Streit der Giganten 258 ist der Ausdruck des Ambivalenzkonflikts, dem ewigen Kampf zwischen dem Eros und dem Destruktions- oder Todestrieb
Trieb 228 es ist nicht leicht zu verstehen, wie man es möglich macht, einem Trieb die Befriedigung zu entziehen. Es ist gar nicht so ungefährlich; wenn man es nicht ökonomisch kompensiert, kann man sich auf ernste Störungen gefasst machen. 246 dass die Triebe nicht alle von gleicher Art sein können
Trieblehre 245 von allen Stücken der analytischen Theorie hat sich die Trieblehre am mühseligsten vorwärts getastet. 252
Triebverzicht 254 nun keine voll befreiende Wirkung mehr ... für ein drohendes äusseres Unglück ... hat man ein anderes inneres Unglück, die Spannung des Schuldbewusstseins, eingetauscht
Trost 270 Ich ihnen keinen Trost zu bringen weiss, denn das verlangen sie im Grunde alle, die wildesten Revolutionäre nicht weniger leidenschaftlich als die bravsten Frommgläubigen.
Über-Ich 250 das wir nicht erraten hätten [Introjektion der Aggression], das sich als Über-Ich den übrigen entgegenstellt. 252 vor dem Über-Ich kann man nichts verbergen, auch Gedanken nicht 252 die neue Autorität, das Über-Ich 252 hat unseres Glaubens kein Motiv, das Ich, mit dem es innig zusammengehört, zu misshandeln. 255 die Beziehung zwischen Über-Ich und Ich ist die durch den Wunsch entstellte Wiederkehr realer Beziehungen zwischen dem noch ungeteilten Ich und einem äussern Objekt 255 erste Aggressionsausstattung des Über-Ichs eine andere Ableitung annehmen. Gegen die Autorität, welche das Kind an den ersten, aber auch bedeutsamsten Befriedigungen verhindert, muss sich bei diesem eine erhebliches Mass an Aggressionsneigung entwickelt haben, gleichgültig welcher Art die geforderten Triebentsagungen waren. 255 musste das Kind auf die Befriedigung dieser rachsüchtigen Aggression verzichten. 255 hilft sich aus dieser schwierigen ökonomischen Situation auf dem Wege bekannter Mechanismen, indem es diese unangreifbare Autorität durch Identifizierung in sich aufnimmt, die nun das Über-Ich wird ... in den Besitz all der Aggression gerät, die man gern als Kind gegen sie ausgeübt hätte. 255 Das Ich des Kindes muss sich mit der traurigen Rolle der so erniedrigten Autorität – des Vaters – begnügen. 255 Umkehrung der[realen] Situation, wie so häufig. „Wenn ich der Vater wäre und du das Kind, ich würde dich schlecht behandeln.“ 256 die ursprüngliche Strenge des Über-Ichs nicht – oder nicht so sehr – die ist, die man von ihm [dem Vater] erfahren hat oder die man ihm zumutet, sondern die eigene Aggression gegen ihn vertritt 256 Die Erfahrung aber lehrt, dass die Strenge des Über-Ichs, das ein Kind entwickelt, keineswegs die Strenge der Behandlung, die es selbst erfahren hat, wiedergibt. 256 erscheint unabhängig von ihr, bei sehr milder Erziehung kann ein Kind ein sehr strenges Gewissen bekommen. 258 richtete durch Identifizierung mit dem Vater das Über-Ich auf, gab ihm die Macht des Vaters wie zur Bestrafung für die gegen ihn verübte Tat der Aggression, schuf die Einschränkungen, die eine Wiederholung der Tat verhüten sollten 262 eine von uns erschlossene Instanz 263 inneren Autorität 263 Allwissenheit des Über-Ichs 263 um eine nach innen verschobene Aggression handelt 263 zwei Quellen für die dem Über-Ich zugeschriebene Aggression 266 auch die Gemeinschaft ein Über-Ich ausbildet 267 Kultur-Über-Ich
Übertragungsneurosen 246 Versuche des Ichs, sich der Sexualität zu erwehren
Unbehagen ¹ 234 wenn die Kultur nicht allein der Sexualität, sondern auch der Aggressionsneigung des Menschen so grosse Opfer auferlegt, so verstehen wir es besser, dass es dem Menschen schwer wird, sich ich ihr beglückt zu finden.
Unglück 208 Von drei Seiten [a] vom eigenen Körper her [b] Aussenwelt [c] Beziehungen zu andern Menschen 209 Leiden [an den Menschen] schicksalsmässig unabwendbar 209 alles Leid nur Empfindung 217 Die Übermacht der Natur, die Hinfälligkeit unseres eigenen Körpers und die Unzulänglickeit der Einrichtungen, welche die Beziehungen der Menschen zueinander in Familie, Staat und Gesellschaft regeln. 219 Was soll uns endlich ein langes Leben, wenn es beschwerlich, arm an Freuden und so leidvoll ist, dass wir den Tod nur als Erlöser bewillkommnen können? 220 Es scheint festzustehen, dass wir uns in unserer heutigen Kultur nicht wohlfühlen, aber es ist sehr schwer, ..., ob und wieweit die Menschen früherer Zeiten sich glücklicher gefühlt haben.
Urmensch 229 243 der Urmensch hatte es in der Tat besser, da er keine Triebeinschränkungen kannte. Zum Ausgleich war seine Sicherheit, solches Glück lange zu geniessen, eine sehr geringe. [Naturzustand] Der Kulturmensch hat für ein Stück Glücksmöglichkeit ein Stück Sicherheit eingetauscht. Wir wollen aber nicht vergessen, dass in der Urfamilie nur das Oberhaupt sich solcher Triebfreiheit erfreute. 250
Urschuld 262 welches der erste Anlass zur Erwerbung dieser Urschuld, mit der auch die Kultur begann [Erbsünde]
Urtriebe 263 266 Eros und Tod
Urvater ² 257 die ganze Geschichte von der Vatertötung ist ein Roman ...
Urzeit 244 Urzeit der Kultur
Vatersehnsucht 204
Verdrängung, organische 229 Geruchsreize, Gesichtserregungen 235 seither [Aufrichtung des Menschen] die sexuelle Funktion von einem weiter nicht zu begründenden Widerstrebe begleitet wird, das eine volle Befriedigung verhindert und vom Sexualziel wegdrängt zu Sublimierungen und Libidoverschiebungen. 235 ergäbe sich als tiefste Wurzel der mit der Kultur fortschreitenden Sexualverdrängung die organische Abwehr der mit dem aufrechten Gang gewonnenen neuen Lebensform.
Verliebtheit 199
Vernunft 239 Urteil der Vernunft
Versagung 206 237 gerade diese Versagungen des Sexuallebens von den so genannten Neurotikern nicht vertragen werden.
Völker 218 primitiven Völkern und Stämmen
Welt 245 das Getriebe der Welt
Werte 197 [Ethik] Die wahren Werte 197 Ziele und Ideale
Wettbewerb ² 241 ein Unrecht, der Kultur vorzuwerfen, dass sie Streit und Wettkampf aus den menschlichen Betätigungen ausschliessen will. Diese sind sicherlich unentbehrlich, aber Gegnerschaft ist nicht notwendig Feindschaft, wird nur zum Anlasss für sie missbraucht.
Wiederholungszwang 246
Wissenschaft 207 Höchstleistungen der Menschen 207 Garten zu bearbeiten [Candide]
Wissenschaftstheorie 198 es ist nicht bequem, Gefühle wissenschaftlich zu bearbeiten. 198 an meiner Person könnte ich mich von der primären Natur eines solchen Gefühls nicht überzeugen. 198 psychoanalytische, d.i. genetische Ableitung 199 eine Entwicklung durchgemacht haben, die sich begreiflicherweise nicht nachweisen aber ... konstruieren lässt. 200 Haben wir ein Recht zur Annahme des Überlebens des Ursprünglichen neben dem Späteren 209 alles Leid nur Empfindung, ..., und wir verspüren es nur in Folge gewisser Einrichtungen unseres Organismus [Interaktionismus] 220 wir werden keine Formel fordern, die dieses Wesen in wenigen Worten ausdrücket, noch ehe wir etwas aus der Untersuchung erfahren haben. 220 lassen uns dabei ohne Bedenken vom Sprachgebrauch, oder wie man auch sagt: Sprachgefühl im Vertrauen darauf leiten, dass wir so inneren Einsichten gerecht werden, die sich dem Ausdruck in abstrakten Worten noch widersetzen. [Sprache] 217 wie immer den Begriff Kultur bestimmen mag 220 keine Formel fordern, die dieses Wesen in wenigen Worten ausdrückt, noch ehe wir etwas aus der Untersuchung erfahren haben Glückswert 220 es genügt also zu wiederholen, dass das Wort „Kultur“ die ganze Summe der Leistungen und Einrichtungen bezeichnet 220 Wir lassen uns dabei ohne Bedenken vom Sprachgebrauch, oder wie man auch sagt: Sprachgefühl, leiten im Vertrauen darauf, dass wir so inneren Einsichten gerecht werden, die sich dem Ausdruck in abstrakten Worten widersetzen. 226 indem wir uns vom gemeinen Empfinden sagen liessen, welche Züge im Leben der Menschen kulturell zu nennen sind 226 Die Kulturentwicklung erscheint uns als ein eigenartiger Prozess, der über die Menschheit abläuft, an dem uns manches wie vertraut anmutet. Diesen wir können wir durch die Veränderung charakterisieren, die er mit den bekannten menschlichen Triebanlagen vornimmt. 227 Ähnlichkeit des Kulturprozesses mit der Libidoentwicklung des Einzelnen zuerst aufdrängen [Analogie]. 227 die Sublimierung sei überhaupt ein von der Kultur erzwungenes Triebschicksal. Aber man tut besser, sich das noch länger zu überlegen. 228 Auffassung der Kulturentwicklung als eines besonderen Prozesses, vergleichbar der normalen Reifung des Individuums [Analogie] 229 dies ist nur eine theroetische Spekulation 235 Es mag ein Irrtum sein, es ist schwer zu entscheiden 235 Die Lehre von der Bisexualität liegt noch sehr im dunkeln, und dass sie noch keine Verknüpfung mit der Trieblehre gefunden hat, müssen wir in der Psychoanalyse als schwere Störung verspüren. 235 Dass sie (Lehre von der Bisexualtiät) noch keine Verknüpfung mit der Trieblehre gefunden hat, müssen wir in der Psychoanalyse als schwere Störung verspüren. 245 von allen Stücken der analytischen Theorie hat sich die Trieblehre am mühseligsten vorwärts getastet 246 wie eine noch nicht zu begründende Gewissheit, dass die Triebe nicht alle von gleicher Art sein können 246 Spekulationen über den Anfang des Lebens und von biologischen Parallelen 246 stumm im Lebewesen an dessen Auflösung arbeite, aber das war natürlich kein Nachweis 247 im Lauf der Zeit haben sie eine solche Macht über mich gewonnen, dass ich nicht mehr anders denken kann. 247 sie sind theoretisch ungleich brauchbarer als alle möglichen anderen, sie stellen jene Vereinfachung ohne Vernachlässigung oder Vergewaltigung der Tatsachen her, nach der wir in der wissenschaftlichen Arbeit streben [Reduktionismusproblem] 248 dass er sich uns entzieht, wo er nicht durch die Legierung mit dem Eros verraten wird 248 seine Annahme wesentlich auf theoretischen Gründen ruht, muss man zugeben, dass sie auch gegen theoretische Einwendungen nicht voll gesichert ist. 249 zukünftige Forschung und Überlegung wird gewiss die entscheidende Klarheit bringen. 250 das wir nicht erraten hätten [Introjektion der Aggression], das sich als Über-Ich den übrigen entgegenstellt. 252 Einfluss der Genese, der das Vergangene und Überwundene weiterleben lässt. 253 infantile Stufe des Gewissens ... nicht verlassen wird, sondern neben und hinter ihr fortbesteht [Synchronie] zum Zwecke einer leichteren Darstellung das Beispiel des Aggressionstriebes heraus 257 Wir können nicht über die Annahme hinaus, dass das Schuldgefühl der Menschheit aus dem Ödipuskomplex stammt und bei der Tötung des Vaters durch die Brüdervereinigung erworben wurde. 257 die ganze Geschichte von der Vatertötung ist ein Roman ... 257 Reue kann uns also nie dazu verhelfen, den Ursprung der Reue und des Schuldgefühls überhaupt zu finden. 264 werden viele Vorgänge einfacher und durchsichtiger darstellen können. 265 [Kulturprozess u. Erziehungsprozess, Analogie] 265 Aufspürung von Analogien soll nicht zwanghaft übertrieben werden[!] 269 dass es sich doch nur um Analogien handelt ... auch bei Begriffen gefährlich ist, sie aus der Sphäre zu reissen, in der sie entstanden und entwickelt worden sind.
Wunsch 254 bleibt bestehen und lässt sich vor dem Über-Ich nicht verheimlichen
Zeit ² 203 [Synchronie, Diachronie] Wenn wir das historische Nacheinander räumlich darstellen wollen, kann es nur durch ein Nebeneinander im Raum geschehen 203 Embryo 203 Erhaltung aller Vorstufen neben der Endgestaltung nur im Seelischen möglich ist ... vielleicht gehen wir in dieser Annahme zu weit, 204 dass das Vergangene im Seelenleben erhalten bleiben kann, nichts notwendigerweise zerstört werden muss 204 durch keinen Vorgang mehr wiederhergestellt und wieder belebt werden kann
Zerstörungswut 248
Zwangsneurose 263 [u. Schuldgefühl]
Zwischenglieder 201
 
* sofern nichts anderes vermerkt beziehen sich alle Seitenzahlen auf die "Freud-Studienausgabe"
in 10 Bänden (mit Ergänzungsband), Frankfurt a. Main, 1982
¹ Erwähnung "avant la lettre"
² Erwähnung der Sache nach (implizit), ohne Begriffsnennung im betreffenden Freud-Text