Abriss der Psychoanalyse (1940) *

Agieren 34 er agiert gleichsam vor uns, anstatt zu berichten 35 es ist uns sehr unerwünscht, wenn der Patient ausserhalb der Uebertragung agiert, anstatt zu erinnern
Analytiker 33, 413 Bergführer auf einer schwierigen Gebirgstour 39 dienen dem Patienten in verschiedenen Funktionen als Autorität und Elternersatz, als Lehrer und Erzieher, das Beste haben wir für ihn getan, wenn wir als Analytiker die psychischen Vorgänge in seinem Ich aufs normale Niveau heben.
Analytische Situation 32, 412 in diesem Vertrag besteht die analytische Situation 34, 415 Er kann in der analytischen Situation nur auf Versagung stossen [Anspruch auf Befriedigung]
Aufklärung 36 die Mitteilung einer Konstruktion
Das Es 32 die Triebansprüche des Es 37 aus dem unbewussten und verdrängten Es durch Gegenbesetzungen schützt
Das Ich 31, 411 drei Abhängigkeiten von der Realität, dem Es und dem Ueber-Ich ...seine Organisation ... , seine Selbständigkeit zu behaupten. 31 Krankheitszustände kann nur eine relative oder absolute Schwäche des Ichs sein 37 durch die Sicherheit unserer Hilfe kühn geworden, den Angriff wagen, um das Verlorene wieder zu erobern 37 die Parteibildung gewissermassen umkehrt, denn das Ich sträubt sich gegen unsere Anregung, das Unbewusste aber, sonst unser Gegner, leistet uns Hilfe ,denn es hat einen natürlichen „Auftrieb“ 37 das Ich zur Ueberwindung seiner Widerstände bewegen können 37 einen bisher zurückgewiesenen Triebanspruch ... annimmt oder ob es ihn wiederum, diesmal endgültig, verwirft (?) 37 eine dauernde Gefahr beseitigt, der Umfang des Ichs erweitert und ein kostspieliger Aufwand überflüssig gemacht worden 37 wann immer wir solche Abkömmlinge desselben im Ich nachweisen konnten, haben wir ihr illegitime Herkunft aufgezeigt und das Ich zu ihrer Verwerfung (?) angeregt 39, 419 dem neurotischen Ich Hilfe zu bringen ... kann die Aufagabe, welche ihm die Aussenwelt einschliesslich der menschlichen Gesellschaft ... nicht mehr erfüllen. 39 419 verfügt nicht über all seine Erfahrungen, ein grosser Teil seines Erinnerungsschatzes ... abhanden gekommen ... Aktivität durch strenge Verbote des Ueber-Ichs gehemmt , seine Energie verzehrt sich in vergeblichen Versuchen zur Abwehr des Es. 39 In seiner Organisation geschädigt, in sich gespalten, bringt keine ordentliche Synthese mehr zustande, ... von einander widerstrebenden Strebungen, unerledigten Konflikten, ungelösten Zweifeln zerrissen 39, 419 dies geschwächte Ich
Destruktionstrieb 38, 419 Triebentmischungen ... in deren Folge übergrosse Quantitäten des nach innen gewendeten Destruktionstriebs frei geworden sind.
Deutung 32 33, 413 durch unsere Mitteilung die Kenntnis seines Ichs von seinem Unbewussten zu erweitern 36 ihn mit unseren Deutungen überfallen, ehe er für sie vorbereitet ist, so bliebe die Mitteilung entweder erfolglos oder sie würde einen heftigen Ausbruch von Widerstand hervorrufen, der die Fortsetzung der Arbeit erschweren oder selbst in Frage stellen könnte. 36 das erste Stück unserer Hilfeleistung eine intellektuelle Arbeit unserer Seite und eine Aufforderung zur Mitarbeit daran für den Patienten ... 36 wir werden den dynamischen Anteil derselben auch während der Einleitung ... 39 dies geschwächte Ich zunächst an der rein intellektuellen Deutungsarbeit teilnehmen, die eine provisorische Ausfüllung der Lücken ... anstrebt 39,419 lassen uns die Autorität seines Ueber-Ichs übertragen, feuern es an, den Kampf um jeden einzelnen Anspruch des Es aufzunehmen und die Widerstände zu besiegen.
Eigenart 34, 414 des Patienten [Ersterwähnung!]
Entwicklungshemmung 34, 414
Erraten 33 uns , also in den Stand setzen, das bei ihm Unbewusste zu erraten
Funktion 31, 411
Gegenbesetzung 31, 411 37 sich das Es gegen das Eindringen unerwünschter Elemente aus dem unbewussten und verdrängten Es durch Gegenbesetzungen schützt, deren Intaktheit eine Bedingung seiner normalen Funktion ist 37 defensive Tendenz . 37 bekommen wir nun die Stärke dieser Gegenbesetzung als Widerstände gegen unsere Arbeit zu spüren 37 diesen Widerstand, der die ganze Behandlung über anhält und sich bei jedem neuen Stück der Arbeit erneuert, heissen wir, nicht ganz korrekt, den Verdrängungswiderstand
Gegenübertragung ² 34, 414 es den Analytiker verlocken mag, Lehrer Vorbild und Ideal für andere zu werden, Menschen nach seinem Vorbild zu schaffen [la ponte?] ... 33, 414 seiner Aufgabe untreu wird, wenn er sich von seiner Neigung fortreissen lässt. 34,414 die Unabhängigkeit ihres Kindes durch ihren Einfluss erdrückt hätten 34, 414 manche Neurotiker sind so infantil geblieben, dass sie auch in der Analyse nur wie Kinder behandelt werden können.
Grundregel 33
Heilungsplan 32, 411 der analytische Arzt und das geschwächte Ich .. sollen an die reale Aussenwelt angelehnt, eine Partei bilden gegen die Feinde 32 seinem Ich die Herrschaft über verlorene Bezirke des Seelenlebens wiedergeben 32 „heilen“ 36 a) Weg, das geschwächte Ich zu stärken, geht von der Erweiterung seiner Selbsterkenntnis aus [intellektuelle Arbeit] b) [dynamischer Anteil] Quellen ... seine Mitteilungen und freien Assoziationen ... Uebertragungen ... Träume ... Fehlleistungen ... verhilft uns zu Konstruktionen ... was jetzt in ihm vorgeht, ohne dass er es versteht
Herrschaft 32
Innenwelt 31,411 31 Aussenwelt
Konflikt, innerer 32, 412 das Ich ist durch den inneren Konflikt geschwächt
Konflikte, ökonomische 31, 411 [Ersterwähnung]
Konstruktionen b) [dynamischer Anteil] Quellen ... seine Mitteilungen und freien Assoziationen ... Uebertragungen ... Träume ... Fehlleistungen ... verhilft uns zu Konstruktionen ... was jetzt in ihm vorgeht, ohne dass er es versteht 36 überlegen uns sorgfältig, wann wir ihn zum Mitwisser einer unserer Konstruktionen machen sollen 36 unsere Konstruktion unmittelbar bestätigt und den vergessenen inneren oder äusseren Vorgang selbst erinnert. Je genauer sich die Konstruktion mit den Einzelheiten des Vergessenen deckt, desto leichter wird ihm seine Zustimmung. Unser Wissen ist in diesem Stück dann auch sein Wissen geworden.
Kritik 39
Macht 34, 414 ausserordentliche Machtmittel [des Analytikers]
Nacherziehung 34, 414 Nacherziehung des Neurotikers, es kann Missgriffe korrigieren, die sich die Eltern in ihrer Erziehung zuschulden kommen liessen.
Neurose 39,420 von dem Anteil der beiden letzteren Faktoren hängt es ab, ob wir seinen Fall einen leichten oder schweren nennen werden.
Neurotiker 32 den Psychotikern ... sehr nahe stehen, die ungeheure Anzahl der schwer leidenden Neurotiker
Organisation 31, 411 des Ichs
Patient 39, 420 wirken für uns einige rationelle Momente wie das durch sein Leiden motivierte Bedürfnis nach Genesung und das intellektuelle Interesse, ... die positive Uebertragung 39, 420 streiten gegen uns, die negative Uebertragung, der Verdrängungswiderstand des Ichs, d.h. seine Unlust, sich der ihm aufgetragenen schweren Arbeit auszusetzen, das Schuldgefühl aus dem Verhältnis aus dem Verhältnis zum Ueber-Ich und das Krankheitsbedürfnis aus tiefgreifenden Veränderungen seiner Triebökonomie.
Psychotiker 32 [Ersterwähnung]
Real 34, 415 Reale sexuelle Beziehungen zwischen Patienten und Analytiker sind ausgeschlossen
Realität 31, 411 bedrängte Ich, das sich zur Erhaltung seiner Norm an die Realität anklammern will 31 Realität der Aussenwelt 33, 413 Analytiker im Lichte der Realität zu betrachten als den Helfer und Berater
Schuldbewusstsein 38
Selbstbeobachtung 33, 413
Selbstkritik 33 liefert er uns eine Fülle von Material, Gedanken, Einfällen, Erinnerungen, die bereits unter dem Einfluss des Unbewussten stehen, oft direkt Abkömmlinge desselben sind
Soma 38 durch eine somatische Erkrankung zu ersetzen
Synthese 36 dass ihm nur ein Schritt, allerdings die entscheidende Synthese zu tun übrig bleibt.
Technik 35 immer wieder zu zeigen, dass es ein Spiegelungen der Vergangenheit ist, was er für ein neues, reales Leben hält 35 sorgt dann dafür, dass weder die Verliebtheit noch die Feindseligkeit eine extreme Höhe erreichen 35 solche Sorgfalt in der Handhabung der Uebertragung pflegt sich reichlich zu lohnen. 35 den Patienten über die wirkliche Natur der Uebertragungsphänomene zu belehren, so hat man seinem Widerstand eine mächtige Waffe aus der Hand geschlagen ... 35 was der Patient in den verschiedenen Folgen der Uebertragung erlebt hat, das vergisst er nicht wieder, das hat für ihn stärkere Uebertragungskraft als alles auf andere Art Erworbene [Analyse der Uebertragung]. 36 ideale Verhalten wäre, wenn er sich ausserhalb der Behandlung möglichst normal benähme und seine abnormen Reaktionen nur in der Uebertragung äusserte. 35 vermeiden es ... was wir oft sehr frühzeitig erraten haben, sofort mitzuteilen 36 versäumen nie, unser Wissen und sein Wissen streng auseinanderzuhalten 39 gleichzeitig stellen wir die Ordnung in seinem Ich wieder her, indem wir die aus dem Unbewussten eingedrungenen Inhalte und Strebungen aufspüren und durch Rückführung auf ihren Ursprung der Kritik blossstellen.
Triebentmischung 38, 419 Triebentmischungen ... in deren Folge übergrosse Quantitäten des nach innen gewendeten Destruktionstriebs frei geworden sind. 38 419 solche Patienten können die Herstellung durch unsere Behandlung nicht erträglich finden, sie widerstreben ihr mit allen Mitteln. Aber wir gestehen zu, dies ist ein Fall, dessen Aufklärung uns noch nicht ganz geglückt ist.
Überraschen 33,413
Ueber-Ich 32 die Gewissensansprüche des Ueber-Ichs 38 der Beitrag zum Widerstand, den ein besonders hart und grausam gewordenes Ueber-Ich leistet
Uebertragung ² 33, 413 wichtigen Person aus seiner Kindheit, Vergangenheit erblickt und darum Gefühle und Reaktionen auf ihn übertragt, die sicherlich diesem Vorbild gegolten haben 34 34 die Beziehung zu den Eltern reproduziert, übernimmt sie auch deren Ambivalenz 34 es ist kaum zu vermeiden, dass die positive Einstellung zum Analytiker in die negative, feindselige umschlägt 34 gewöhnlich eine Wiederholung der Vergangenheit 35 solche Verschmähung wird zum Anlass der Umwandlung genommen. Wahrscheinlich ging dasselbe in der Kindheit des Patienten vor sich. 35 Die Heilererfolge, die unter der Herrschaft der positiven Uebertragung zustande kommen, stehen im Verdacht, suggestiver Natur zu sein. Gewinnt die negative Uebertragung die Oberhand, so werden sie wie Spreu vor dem Wind hinweggefegt ... alle Mühe und Arbeit bisher vergeblich war. 35, 415 für einen bleibenden intellektuellen Gewinn des Patienten halten durfte, sein Verständnis für die Psychoanalyse, sein Vertrauen in deren Wirksamkeit, sind plötzlich verschwunden. 35,415 Gefahr dieser Uebertragungszustände darin, dass der Patient ihre Natur verkennt und sie für neue reale Erlbenisse hält, anstatt für Spiegelungen der Vergangenheit
Unlust 37
Versagung 4, 415 Er kann in der analytischen Situation nur auf Versagung stossen [Anspruch auf Befriedigung]. Reale sexuelle Beziehungen zwischen Patienten und Analytiker sind ausgeschlossen
Vertrag 32 [Ersterwähnung] 32 muss es [das Ich] ... ein gewisses Mass von Zusammenhalt bewahrt haben 37,418 eine der Vorbedingungen unserer vertragsmässigen Hilfeleistung, dass eine solche Ichveränderung durch das Eindringen unbewusster Elemente ein gewisses Ausmass nicht überstiegen habe [Psychose] 38 die Kenntnis zweier neuer Momente ... die als Quellen des Widerstandes die grösste Beachtung fordern. Beide sind dem Kranken völlig unbekannt ... 38 sie gehen auch nicht vom Ich des Patienten aus 38 Krankheits- oder Leidensbedürfnis 38 das erste dieser beiden Momente ist das Schuldgefühl oder Schuldbewusstsein 38 der Beitrag zum Widerstand, den ein besonders hart und grausam gewordenes Ueber-Ich leistet
Widerstand 36 ihn mit unseren Deutungen überfallen, ehe er für sie vorbereitet ist, so bliebe die Mitteilung entweder erfolglos oder sie würde einen heftigen Ausbruch von Widerstand hervorrufen, der die Fortsetzung der Arbeit erschweren oder selbst in Frage stellen könnte. 37 bekommen wir nun die Stärke dieser Gegenbesetzung als Widerstände gegen unsere Arbeit zu spüren 37 diesen Widerstand, der die ganze Behandlung über anhält und sich bei jedem neuen Stück der Arbeit erneuert, heissen wir, nicht ganz korrekt, den Verdrängungswiderstand 37, 418 Ueberwindung der Widerstände ist der Teil unserer Arbeit, der die meiste Zeit und die grösste Mühe in Anspruch nimmt 37 bringt eine vorteilhafte Ichveränderung zustande, die sich ... im Leben bewähren wird 38 das Individuum soll nicht gesund werden, sondern krank bleiben... dieser Widerstand stört unsere intellektuelle Arbeit nicht, aber er macht sie unwirksam, ... dass wir eine Form des neurotischen Leidens aufheben, ist aber sofort bereit, sie durch eine andere, eventuell durch eine somatische Erkrankung zu ersetzen 38 dieses Schuldbewusstsein erklärt die gelegentlich beobachtete Heilung ... durch reale Unglücksfälle 38 es kommt nämlich nur darauf an, dass man elend sei, gleichgültig in welcher Weise. 38 In der Abwehr dieses Widerstandes müssen wir uns auf das Bewusstmachen desselben und auf den Versuch zum langsamen Abbau des feindseligen Ueber-Ichs beschränken. 38 Weniger leicht ist es, die Existenz eines anderen Widerstandes zu erweisen, in dessen Bekämpfung wir uns besonders unzulänglich finden 38,419 der Trieb zur Selbsterhaltung geradezu eine Verkehrung erfahren hat. Sie scheinen auf nichts anderes als auf Selbstschädigung und Selbstzerstörung auszugehen. 38, 419 die Personen, welche am Ende wirklich Selbstmord begehen. 38, 419 Triebentmischungen ... in deren Folge übergrosse Quantitäten des nach innen gewendeten Destruktionstriebs frei geworden sind. Uebertragung 39, 420 streiten gegen uns, die negative Uebertragung, der Verdrängungswiderstand des Ichs, d.h. seine Unlust, sich der ihm aufgetragenen schweren Arbeit auszusetzen, das Schuldgefühl aus dem Verhältnis aus dem Verhältnis zum Ueber-Ich und das Krankheitsbedürfnis aus tiefgreifenden Veränderungen seiner Triebökonomie. 39,420 von dem Anteil der beiden letzteren Faktoren hängt es ab, ob wir seinen Fall einen leichten oder schweren nennen werden.
Wissen 36 unsere Konstruktion unmittelbar bestätigt und den vergessenen inneren oder äusseren Vorgang selbst erinnert. Je genauer sich die Konstruktion mit den Einzelheiten des Vergessenen deckt, desto leichter wird ihm seine Zustimmung. Unser Wissen ist in diesem Stück dann auch sein Wissen geworden.
Wissenschaftstheorie 33 erraten 33, 413 Tatsache der Uebertragung 33, 413 Hilfsmittel von unersetzlichem Wert, anderseits eine Quelle ernster Gefahren. 33, 413 ist ambivalent und umfasst positive, zärtzliche wie negative, feindselige Einstellungen gegen den Analytiker ... an die Stelle eines Elternteils, des Vaters oder der Mutter gesetzt wird. 33, 413 Absicht, dem Analytiker zu gefallen, seinen Beifall, seine Liebe zu gewinnen. Sie wird die eigentliche Triebfeder der Mitarbeit des Patienten. 34, 414 das schwache Ich wird stark ... bringt er Leistungen zustande, die ihm sonst unmöglich wären, stellt seine Symptome ein, wird anscheinend gesund nur dem Analytiker zuliebe. 34 Verhältnis der Uebertragung
 
* sofern nichts anderes vermerkt beziehen sich alle Seitenzahlen auf die "Freud-Studienausgabe"
in 10 Bänden (mit Ergänzungsband), Frankfurt a. Main, 1982
¹ Erwähnung "avant la lettre"
² Erwähnung der Sache nach (implizit), ohne Begriffsnennung im betreffenden Freud-Text