Die Verneinung (1925) *

affektiv 373 affektiver Vorgang
Aussen/Innen 375 : das Nichtreale, bloss Vorgestellte, ist nur innen, das andere, Reale, auch im Draussen vorhanden.
bemächtigen 375
Denken 374 vermittels des Verneinungssymbols ... macht s. das Denken von d. Einschränkungen d. Verdrängung frei u. bereichert s. um Inhalte, deren es für seine Leistung nicht entbehren kann. 375 [Symbolisierung] etwas einmal Wahrgenommenes durch Reproduktion in der Vorstellung wieder gegenwärtig zu machen, während das Objekt draussen nicht mehr vorhanden zu sein braucht. 375 Die Reproduktion der Wahrnehmung in der Vorstellung ist nicht immer deren getreue Wiederholung; sie kann durch Weglassungen modifiziert, durch Verschmelzungen verschiedener Elemente verändert sein. 376 Denkaufschub 376 Probeaktion zu betrachten, e. motorisches Tasten mit geringen Abfuhraufwänden.
Deutung 373 nehmen uns die Freiheit, bei der Deutung von der Verneinung abzusehen und den reinen Inhalt des Einfalls herauszugreifen
Ding 374 375 etwas Wahrgenommenes (ein Ding) 375 (Befriedigungsobjekt) die „gute“ Eigenschaft besitzt, also die Aufnahme ins Ich verdient, sondern auch, ob es in der Aussenwelt da ist.
Eigenschaft 374 könnte ursprünglich gut od. schlecht, nützlich od. schädlich gewesen sein
Eros 376 die Bejahung - als Ersatz d. Vereinigung - gehört dem Eros an
Fremde, das ² 374 u. das Schlechte
Gegenübertragung ² 373 geht der Patient in die Falle ...
Ich, das 377 die Anerkennung des Unbewussten von Seiten des Ichs sich in einer negativen Formel ausdrückt.
identisch 374
Identität ² 374
intellektuell 373 intellektuelle Funktion 374 es resultiert daraus e. Art von intellektueller Annahme d. Verdrängten bei Fortbestand d. Wesentlichen an der Verdrängung 374 dass es die Aufgabe d. intellektuellen Urteilsfunktion ist, Gedankeninhalte zu bejahen od. zu verneinen 374 Die Verurteilung ist der intellektuelle Ersatz d. Verdrängung
Interesse 375 u. Urteilsfunktion 375
Isolierung ² 373 man sieht jetzt, wie sich hier die intellektuelle Funktion vom affektiven Vorgang scheidet
Lust-Ich 374 Das ursprüngliche Lust-Ich will, ..., alles Gute sich introjizieren, alles Schlechte von s. werfen. 375 Ein Interesse des endgültigen Real-Ichs, das s. aus dem anfänglichen Lust-Ich entwickelt
Objekt 375 ein dem Vorgestellten entsprechendes Objekt in der realen Wahrnehmung zu finden, sondern es wiederzufinden
Polarität 376 Gegensätzlichkeit der beiden von uns angenommenen Triebgruppen zu entsprechen
Projektion 373
Real-Ich 375 die andere der Entscheidungen d. Urteilsfunktion , die über die reale Existenz eines vorgestellten Dinges, ist ein Interesse des endgültigen Real-Ichs, das sich aus dem anfänglichen Lust-Ich entwickelt.
Reale, das 375
Realität 374 u. Existenz 375, 375 Wahrnehmung (Realität)
Realitätsprüfung 375 hat dann zu kontrollieren, wie weit diese Einstellungen reichen ... 376 Bedingung für die Einsetzung der Realitätsprüfung, dass Objekte verlorengegangen sind, die einst reale Befriedigung gebracht hatten.
Schlechte, das 374 das dem Ich Fremde, das Aussenbefindliche, ist ihm zunächst identisch
Separation ² 375
Subjekt 375 der Gegensatz von Subjektivem u. Objektivem besteht nicht von Anfang an.
Symbolisierung ² 375 etwas einmal Wahrgenommenes durch Reproduktion in der Vorstellung wieder gegenwärtig zu machen, während das Objekt draussen nicht mehr vorhanden zu sein braucht. 375 Die Reproduktion der Wahrnehmung in der Vorstellung ist nicht immer deren getreue Wiederholung; sie kann durch Weglassungen modifiziert, durch Verschmelzungen verschiedener Elemente verändert sein.
Technik 373 Die Art, wie unsere Patienten ihre Einfälle während der analytischen Arbeit vorbringen, gibt uns Anlass zu einigen interessanten Beobachtungen 373 u. [Frage] „Was halten Sie wohl für das Allerunwahrscheinlichste in jener Situation? ...“ 374 Es gelingt uns, auch die Verneinung zu besiegen
Triebentmischung 376 u. Psychose
Übertragung 374 und in weitergehender Übertragung: „Das will ich in mich einführen od. das aus mir ausschliessen.“
Urteil 374 dass es die Aufgabe d. intellektuellen Urteilsfunktion ist, Gedankeninhalte zu bejahen od. zu verneinen 374 psychologischer Ursprung dieser Funktion 376 das Urteilen ist die intellektuelle Aktion, die Wahl der motorischen Aktion entscheidet, dem Denkaufschub e. Ende setzt und vom Denken zum Handeln überleitet. 376 Studium des Urteils eröffnet ... zum ersten Mal die Einsicht in die Entstehung e. intellektuellen Funktion aus dem Spiel d. primären Triebregungen ist die zweckmässige Fortentwicklung der ursprünglich nach dem Lustprinzip erfolgten Einbeziehung des Ich oder Ausstossung aus dem Ich
Urteilsfunktion 374 zwei Entscheidungen ... (1) sie soll einem Ding e. Eigenschaft zu- oder absprechen (2) ... sie soll e. Vorstellung die Existenz in der Realität zugestehen od. bestreiten 374 in d. Sprache der ältesten, oralen Triebregungen ausgedrückt: „Das will ich essen od. will es ausspucken.“ 374 Und in weitergehender Übertragung: „Das will ich in mich einführen od. das aus mir ausschliessen.“ 375 nun handelt es s. nicht mehr darum, ob etwas Wahrgenommenes (ein Ding) in sich aufgenommen werden soll ..., sondern ob etwas im Ich als Vorstellung Vorhandenes auch in der Wahrnehmung (Realität) wiedergefunden werden kann. 377 Leistung d. Urteilsfunktion wir aber erst dadurch ermöglicht, ... Verneinungssymbol dem Denken einen ersten Grad von Unabhängigkeit von den Erfolgen d. Verdrängung und somit auch vom Zwang des Lustprinzips gestattet hat.
Verdrängung 373 das unbewusste Verdrängte 373 ist eine Art, das Verdrängte zur Kenntnis zu nehmen, eigentlich schon e. Aufhebung d. Verdrängung aber freilich keine Annahme des Verdrängten 374 e. Folge des Verdrängungsvorganges rückgängig gemacht, dass dessen Vorstellungsinhalt nicht zum Bewusstsein gelangt 374 die volle intellektuelle Annahme des Verdrängten durchzusetzen 374 Die Verurteilung ist der intellektuelle Ersatz d. Verdrängung
Verneinung 374 Es gelingt uns, auch die Verneinung zu besiegen 373 Ein verdrängter Vorstellungs- oder Gedankeninhalt kann also zum Bewusstsein durchdringen, unter der Bedingung, dass er sich verneinen lässt 373 ist eine Art, das Verdrängte zur Kenntnis zu nehmen, eigentlich schon e. Aufhebung d. Verdrängung aber freilich keine Annahme des Verdrängten 374 etwas im Urteil verneinen ...: „Das ist etwas, was ich am liebsten verdrängen möchte.“ Die Verurteilung ist der intellektuelle Ersatz d. Verdrängung 374 ihr „Nein“ ein Merkzeichen derselben, e. Ursprungszertifikat etwa wie das „Made in Germany“. 374 vermittels des
Verneinung 374 Es gelingt uns, auch die Verneinung zu besiegen 373 Ein verdrängter Vorstellungs- oder Gedankeninhalt kann also zum Bewusstsein durchdringen, unter der Bedingung, dass er sich verneinen lässt 373 ist eine Art, das Verdrängte zur Kenntnis zu nehmen, eigentlich schon e. Aufhebung d. Verdrängung aber freilich keine Annahme des Verdrängten 374 etwas im Urteil verneinen ...: „Das ist etwas, was ich am liebsten verdrängen möchte.“ Die Verurteilung ist der intellektuelle Ersatz d. Verdrängung 374 ihr „Nein“ ein Merkzeichen derselben, e. Ursprungszertifikat etwa wie das „Made in Germany“. 374 vermittels des Verneinungssymbols ... macht s. das Denken von d. Einschränkungen d. Verdrängung frei u. bereichert s. um Inhalte, deren es für seine Leistung nicht entbehren kann.376 die Bejahung - als Ersatz d. Vereinigung - gehört dem Eros an. Die Verneinung -Nachfolge der Ausstossung - dem Destruktionstrieb 376 Verneinungslust, der Negativismus ... 377 die Schöpfung des Verneinungssymbols 377 in der Analyse kein „Nein“ aus dem Unbewussten auffindet
Vorstellung 373 u. Gedanke. Ein verdrängter Vorstellungs- oder Gedankeninhalt 375 dass alle Vorstellungen von Wahrnehmungen stammen, Wiederholungen derselben sind
Wahrnehmung 375 Wahrnehmung (Realität) 376 kein passiver Vorgang ... das Ich schickt periodisch seine Besetzungen in das Wahrnehmungssystem, mittels deren es die äusseren Reize verkostet, um sich nach jedem solchen tastenden Vorstoss wieder zurückzuziehen
Wissenschaftstheorie 373 Die Art, wie unsere Patienten ihre Einfälle während der analytischen Arbeit vorbringen, gibt uns Anlass zu einigen interessanten Beobachtungen 376 Studium des Urteils eröffnet ... zum ersten Mal die Einsicht in die Entstehung e. intellektuellen Funktion aus dem Spiel d. primären Triebregungen
 
* sofern nichts anderes vermerkt beziehen sich alle Seitenzahlen auf die "Freud-Studienausgabe"
in 10 Bänden (mit Ergänzungsband), Frankfurt a. Main, 1982
¹ Erwähnung "avant la lettre"
² Erwähnung der Sache nach (implizit), ohne Begriffsnennung im betreffenden Freud-Text