Totem und Tabu (1913) *

Aberglaube 385 wie Angst, wie Traum, wie Dämon eine der psycholog. Vorläufigkeiten, die vor der psycholog. analytischen Forschung zergangen sind (vgl. WT 317).
Abfuhr 322 die gegenseitige Hemmung der beiden ringenden Mächte erzeugt ein Bedürfnis nach Abfuhr, nach Verringerung der herrschenden Spannung.
Abwehr ² 309 die unzärtliche sadistische Komponente der Liebeserregung dem Schwiegersohne zugewendet, um die verpönte, zärtliche umso sicherer zu unterdrücken. 309 ein besonderer Zusatz von Reizbarkeiten und Gehässigkeit zur Gefühlsmischung lässt uns vermuten, dass die Schwiegermutter tatsächlich eine Inzestversuchung für den Schwiegersohn darstellt.
Abwehrmassregel 327
Allmacht d. Gedanken 374 bei der Zwangsneurose 375 allgemeinen Überschätzung der seelischen Vorgänge gegen die Realität. 377 Das Denken ist bei den Primitiven noch in hohem Masse sexualisiert, daher rührt der Glaube an die Allmacht der Gedanken.
Ambivalenz 308 324 Ambivalenzkonflikt. 332 Ambivalenz d. Gefühlsregungen gegen den Feind. 340 ambivalente Gefühlseinstellung. 351 Ambivalenz menschlicher Gefühlsregungen (gegenüber d. Toten). 351 Ambivalenz in der Anlage. 351 wo sie aber ausgiebig angelegt ist, da wird sie sich gerade im Verhältnis zu den allergeliebtesten Personen manifestieren. 353 Gefühle gegen d. Verstorbenen wollen s. zur Zeit d. Verlustes beide zur Geltung bringen, als Trauer u. als Befriedigung. Zwischen diesen beiden Gegensätzen ... Konflikt. 439 wir wissen nichts über die Herkunft dieser Ambivalenz ... ein fundamentales Phänomen unseres Gefühlslebens 440 von der Menschheit an dem Vaterkomplex erworben wurde (resp. Elternkomplex Fn 440).
Analogie Wilde/Neurotiker 310 sie sei ein exquisit infantiler Zug u. eine auffällige Übereinstimmung mit d. seelischen Leben d. Neurotikers. 325 Analogie: Sprache des Tabu / Normalpsychologie. 340 wenn wir den geschilderten Sachverhalt der Analyse unterziehen (gleichsam als ob er sich im Symptombild e. Neurose fände, so werden wir zunächst an das Übermass ... 351 Gefühlsleben d. Primitiven ein ähnlich hohes Mass an Ambivalenz zukomme, wie wir es ... den Zwangkranken zuschreiben. 352 der Träumer, das Kind, der Wilde. 355 356 Tabu, das Kompromisssymptom des Ambivalenzkonfliktes. 386 es könnte uns mit d. Psychologie dieser Völker, die auf d. animistischen Stufe stehengeblieben sind, so leicht ergehen wie mit d. Seelenleben d. Kindes ... dessen Reichhaltigkeit u. Feinfühligkeit wir darum so sehr unterschätzt haben. 443 allzuweit dürfen wir unser Urteil ... auch nicht durch d. Analogie mit d. Neurotikern beeinflussen lassen.
Ananke 381 Anagyn, die sich d. menschlichen Narzissmus widersetzt. Veranlasst Kulturschöpfungen: Geister, Tabuvorschriften.
Anaximander 436
angeborene Ideen ¹ 323
Animismus 355 364 Animismus im engeren Sinne heisst die Lehre v. d. Seelenvorstellen, im weiteren die v. geistigen Wesen überhaupt. 366 Animismus: ein Denksystem. 374 Technik d. animistischen Denkweise. 379 erste Weltauffassung, welche d. Menschen gelang. 379 Technik d. Animismus: Magie. 379 Präanimistisches Stadium d. Animismus vorhergehen lässt.
Annahme 309 424
Autoerotismus 377 dies Stadium heisst das des Autoerotismus, es wird von dem der Objektwahl abgelöst. 377 das erste Stadium d. Autoerotimus in zwei zu zerlegen ... Zwischenstadium, dessen Bedeutsamkeit s. d. Forschung immer mehr aufdrängt, haben die vorher vereinzelten Sexualtriebe s. zu einer Einheit zusammengesetzt u. auch e. Objekt gefunden; dieses Objekt ist aber kein äusseres, dem Ich fremdes, sondern es ist das eigene, um diese Zeit konstituierte Ich.
Autorität 326
Bearbeitung, sekundäre 383 eine intellektuelle Funktion in uns fordert Vereinheitlichung, Zusammenhang u. Verständlichkeit v. jedem Material d. Wahrnehmung od. des Denkens, dessen sie sich bemächtigt, und scheut s. nicht, einen unrichtigen Zusammenhang herzustellen, wenn sie infolge besonderer Umstände d. richtigen nicht fassen kann. [synthetische Funktion d. Ichs].
Begehren 359
Beharrung, psych. 317
Bemächtigung 325 die Berührung ist d. Beginn jeder Bemächtigung, jedes Versuches, s. eine Person od. Sache dienstbar zu machen. 362 beim Tabu hat die verbotene Berührung offenbar nicht nur sexuelle Bedeutung sondern vielmehr die allgemeinere des Angreifens, der Bemächtigung, des Geltendmachens d. eigenen Person. 367 das praktische Bedürfnis, s. der Welt zu bemächtigen, muss s. Anteil an dieser Bemühung haben (Konstruktion d. animistischen Weltsystems).
Berührung 319 délire de toucher (Zwangsneurose), 333 Heilkraft u. Berührung d. Königs, 334 tödliche Berührungen b. Häuptlingen u. Priestern 335 sie (die Könige) vor den ihnen drohenden Gefahren zu schützen, hat an d. Schaffung d. Tabu u. somit an der Entstehung d. höfischen Etikette den deutlichsten Anteil gehabt (relation à distance)
Blutbündnis 422
Blutsverwandtschaft 300 sie bezeichnen vielmehr soziale als physische Beziehungen (zwei Australier).
Böse, das 442
Busse 326 etw. ursprünglicheres ist als die Reinigung (weil Verzicht)
Dämonen 355 Ambivalenz ... aus der nämlichen Wurzel zwei völlig entgegengesetzte psych. Bildungen: Dämonen- und Gespensterfurcht / Ahnenverehrung anderseits. 356 Übergang d. Dämonen in verehrte Ahnen. 380 böse Geister f. die Erstgeborenen. 381 die erste theoretische Leistung d. Menschen - die Schöpfung d. Geister. 381 der Geist e. Person od. eines Dinges reduziere s. in letzter Analyse auf deren Fähigkeit, erinnert u. vorgestellt zu werden, wenn sie d. Wahrnehmung entzogen sind.
Darwin 410 sozialer Urzustand d. Menschen, in kleineren Horden.
Denken 375 an ihnen allen ist nicht d. Realität d. Erlebens, sondern d. des Denkens f. d. Symptombildung massgebend. 375 nur „neurotische Währung“ gilt, d. h. nur das intensiv Gedachte, mit Affekt Vorgestellte ist bei ihnen wirksam. 377 Das Denken ist bei den Primitiven noch in hohem Masse sexualisiert.
Deutung ² 441 dass jeder Mensch in s. ubw Geistestätigkeit einen Apparat besitzt, der ihm gestattet, die Reaktionen anderer Menschen zu deuten, d.h. die Entstellungen wieder rückgängig zu machen (ubw Verständnis).
Differenz 325 die soziale Differenz zw. ihnen zu gross ist. 325 so sind geringere Differenzen der in Versuchung führenden Zauberkraft weniger zu befürchten als besonders grosse.
Dingbedeutung 347 Namen u. ubw Denktätigkeit
Dionysos 439
Dualismus 381 die Existenz ubw Seelenvorgänge neben d. bw.
Entwicklungshemmung 310 Entwicklungshemmung u. Regression
Erbsünde 436 erlöste er d. Brüderschar von d. Erbsünde (Christus). 436 orphische Mysterien
Erkenntnis 385 die Erkenntnis wie Wandschirme abwehrende Konstruktionen (d. animistischen System usw.).
Ersatzbildung 439 441
Ersatzhandlung 322 322 welche den Trieb für das Verbotene entschädigen.
Exogamie 297 das Gesetz, das Mitglieder desselben Totem nicht in geschlechtliche Beziehung zueinander treten, also auch einander nicht heiraten dürfen.
Feinde 328 Behandlung d. Feinde: Versöhnungsgebräuche 328, Sühne, Reinigung u. Zeremoniell 331, Beschränkungen d. siegreichen Mörders 331, schwere Reinigungs- und Sühnezeremonien 332.
Fest 425 ein gebotener Exzess, ein feierlicher Durchbruch e. Verbots 426 das erste Fest d. Menschheit
fixieren 301 Totemexogamie, ... ,welches dann fixiert wurde. 312 es war eine unerledigte Situation, eine psych. Fixierung geschaffen. 323 Fixierung d. Tabu.
Furcht 318 die objektivierte Furcht, sondert sich: in die Ehrfurcht und in den Abscheu.
Gebot 330 „du sollst nicht töten“, ... lange vor jeder Gesetzgebung, die aus den Händen eines Gottes empfangen wird.
Gegenwunsch 327
Gehorsam, nachträglicher 427
Genealogie 309 Genealogie s. Liebeswahl.
Generationen 441 innerhalb d. Generationenreihen. 441 Vererbung psych. Dispositionen.
Gesellschaft 325 sie besteht in der Möglichkeit d. Nachahmung, in deren Folge die Gesellschaft bald zur Auflösung käme. 437 bekennt sich ... die Menschheit am unverhülltesten zu der schuldvollen Tat d. Urzeit.
Gesetz 297 317 323 Grundgesetze des Totemismus das Totemtier nicht zu töten; sexuellen Verkehr mit dem Totemgenossen des anderen Geschlechts vermeiden [prähistorischer Ödipus].
Gewissen 358 die innere Wahrnehmung von der Verwerfung bestimmter in uns bestehender Wunschregungen. 359 das Tabu ist ein Gewissensgebot, seine Verletzung lässt ein entsetzliches Schuldgefühl entstehen, welches ebenso selbstverständlich wie seiner Herkunft nach unbekannt ist.
Gottheiten, anthropomorphe 423
Gruppenehe 300 die Gruppenehe sei also bei diesen Völkern der individuellen Ehe vorausgegangen u. nicht verschwunden, ohne deutliche Spuren in Sprache u. Sitten zurückzulassen.
Heilige, das 317 das schliesslich dem Heiligen wie dem Unreinen für alle Zeiten gemeinsam bleibt: die Scheu vor seiner Berührung. 425 das ist das hl. Leben, dessen Träger d. Substanz d. Totem ist.
Hemmung 322 die gegenseitige Hemmung der beiden ringenden Mächte.
Henker 332 zeitweilige od. permanente Isolierung des berufsmässigen Henkers
historische/materielle Realität ² 292
Horde 410, 425 die Darwin‘sche Urhorde; Männerverbände.
Hysterie/ Trauma 375 wiederholt in s. Anfällen u. fixiert durch s. Symptome Erlebnisse, die s. nur in s. Phantasie so zugetragen haben, allerdings in letzter Auflösung auf wirkliche Ereignisse zurückgehen od. aus solchen aufgebaut worden sind.
Ich 377
Ichtriebe 377 Ichtriebe u. die libidinösen Wünsche sind für unsere Analyse noch nicht voneinander zu sondern.
Ideal 432 es konnte e. Ideal entstehen ... das alte Vaterideal
Identifizierung 392, 401
Infantilismus 310 der Neurotiker repräsentiert uns aber regelmässig ein Stück d. psych. Infantilismus.
Institutionen 303 uns hauptsächlich gegen den Gruppeninzest gerichtet scheinen (Totemismus, Heiratsklassen).
Inzest 296 mit ausgesuchtester Sorgfalt u. peinlichster Strenge die Verhütung inzestuöser Geschlechtsbeziehungen zum Ziele gesetzt haben. Ja ihre gesamte soziale Organisation scheint dieser Absicht zu dienen... 299 ungewohnt hoher Grad von Inzestscheu. 299 realer Inzest. 304 Strafe f. den Inzest mit d. Schwester ist d. Tod durch Erhängen. 407 es ist offenbar nicht genügend, s. zur Erklärung d. Inzestscheu auf e. instinktive Abneigung gegen sexuellen Verkehr unter Blutsverwandten ... zu berufen. 407 kein seltenes Vorkommnis selbst in unserer heutigen Gesellschaft ist. 409/10 wir kennen d. Herkunft d. Inzestscheu nicht u. wissen selbst nicht, worauf wir raten sollen.
jüdisch 292 seine Eigenart als jüdisch empfindet u. sie nicht anders wünscht [Freud].
Kant 291 „kategorischer Imperativ“ 315 die Aufklärung des Tabu ein Licht auf den dunklen Ursprung unseres eigenen „kategorischen Imperativs“ zu werfen vermöchte. (Geneaologie d. Moral).
Kastrationsangst 415 narzisstische Voraussetzung d. Ödipuskomplexes. 415 Ersatz durch die Blendung. 436
Kernkomplex d. Neurose 310 das vom Inzestverlangen beherrschte Verhältnis zu den Eltern. 324 Knotenpunkt d. infantilen Wunschlebens. 414, 417 Kern vielleicht aller Psychoneurosen. 439 dass im Ödipuskomplex d. Anfänge v. Religion, Sittlichkeit, Gesellschaft u. Kunst zusammentreffen.
kleiner Hans 412ff
kompensieren 362
Komplexempfindlichkei 347
Konflikt 321 aus dem fortdauernden Konflikt von Verbot u. Trieb leitet s. nun alles weitere ab.
Konstitution 356 [Lamarckismus/Darwinismus?] von den Neurotikern, welche genötigt sind, diesen Kampf u. das aus ihm hervorgehende Tabu zu reproduzieren, würden wir sagen, dass sie eine archaistische Konstitution als atavistischen Rest mit sich gebracht haben, deren Kompensation im Dienste d. Kulturanforderung sie nun zu so ungeheuerlichem Aufwand zwingt.
Kulturtheorie ² 360 Verständnis des Ubw ... Verständnis der Kulturentwicklung. 362 Vergleich d. Tabu mit d. Zwangsneurose lässt s. bereits erraten, welches das Verhältnis d. einzelnen Formen von Neurose zu den Kulturbildungen ist u. wodurch das Studium d. Neurosenpsychologie f. das Verständnis d. Kulturentwicklung wichtig wird. Neurosen: auffällige u. tiefreichende Übereinstimmungen mit d. grossen sozialen Produktionen d. Kunst, d. Religion u. d. Philosophie, anderseits erscheinen sie wie Verzerrungen derselben. 363 Hysterie: Zerrbild e. Kunstschöpfung. 363 Zwangsneurose: Zerrbild e. Religion. 363 Paranoischer Wahn: Zerrbild e. philosophischen Systems. 363 Neurosen: asoziale Bildungen, suchen mit privaten Mitteln zu leisten, was in der Gesellschaft d. kollektive Arbeit entstand. 378 Versuch wagen, die Entwicklungsstufen d. menschlichen Weltanschauung mit d. Stadien d. libidinösen Entwicklung d. einzelnen in Vergleich zu ziehen. 410 raten. 427 wäre d. Wiederholung u. die Gedenkfeier d. denkwürdigen, verbrecherischen Tat, mit welcher so vieles s. Anfang nahm, die sozialen Organisationen, d. sittlichen Einschränkungen u. d. Religion. 429 dieselbe grosse Begebenheit, mit der d. Kultur begonnen hat und die seitdem d. Menschheit nicht zur Ruhe kommen lässt. 433 äusserste Verleugnung mit welcher d. Gesellschaft und das Schuldbewusstsein begann. 435 menschliche Urgeschichte 436 Urzeit 439 Entstellung (Szene)
Kunst 378 ein v. Wünschen verzehrter Mensch etwas der Befriedigung ähnliches macht und dass dieses Spielen - dank der künstlerischen Illusion - Affektwirkungen hervorruft als wäre es etwas Reales.
Magie 367 mistaken an ideal connection for a real one. 368 Magische Technik: Regen- und Fruchtbarkeitszauber. 369 Magie u. Imitation (Liebe im Reisfeld). 369 Telepathie. 369 das Wirksame ist d. Ähnlichkeit. 370 Zusammengehörigket (Kontagiöse Magie) . 371 Ähnlichkeit/ Kontiguität: wesentliche Prinzipien d. Assoziationsvorgänge. 371 Wirkprinzip: Herrschaft d. Ideenassoziation. 372 psychologische Gesetze an die Stelle natürlicher Gesetze. 374 Kontiguitätsassoziation ist Berührung im direkten, Ähnlichkeitsassoziation im übertragenen Sinne. 375 Gegenzauber. 376 Zauberformel d. Magie/ Schutzformeln d. Zwangsneurose. Die Voraussetzungen d. Magie sind also ursprünglicher u. älter als d. Geisterlehre. 379 alle Allmacht d. Gedanken.
Mana 312 das mächtige Mana (die magische Kraft) der Priester u. Häuptlinge. 326 der gefährlichen Zauberkraft des „Mana“ zweierlei realere Fähigkeiten entsprechen, die Eignung, den Menschen an seine verbotenen Wünsche zu erinnern, und die scheinbar bedeutsamere, ihn zur Übertretung des Verbotes im Dienst dieser Wünsche zu verleiten.
Matriarchat ² 296 die erstere Art ist möglicherweise überall die ursprüngliche u. erst später durch die letztere abgelöst worden.
Moral 359 unser Moralverbot (z.B. du sollst nicht morden). 430 (Moral) ruht auf d. Notwendigkeiten dieser Gesellschaft, z. andern Teil auf den vom Schuldbewusstsein geforderten Bussen.
Mutter, alternde 308 die alternde Mutter schützt sich davor, durch Einfühlung in ihre Kinder, Identifizierung mit ihnen, indem sie deren gefühlsbetonte Erlebnisse zu den eigenen macht.
Muttergottheit 432 die grossen Muttergottheiten ... weiss ich nicht anzugehen.
Mutterrecht 428 Keim: hs Gefühle u. Betätigungen.
Mythologie/ Mythos 318 gilt allgemein das Gesetz, dass eine vorangegangene Stufe eben deshalb, weil sie von der höheren überwunden u. zurückgedrängt wird, nun neben dieser in erniedrigter Form fortbesteht, so dass die Objekte der Verehrung in solche d. Abscheus sich umwandeln. 433, 438
Nachbarswissenschaften 291 sie wollen zwischen Ethnologen, Sprachforschern, Folkloristen usw. einerseits und Psychoanalytikern anderseits vermitteln u. können doch beiden nicht geben, was ihnen abgeht: den ersteren eine genügende Einführung in die neue psychologische Technik, den letzteren eine zureichende Beherrschung des der Verarbeitung harrenden Materials. So werden sie s. wohl damit begnügen müssen, hier wie dort Aufmerksamkeit zu erregen u. die Erwartung hervorzurufen, dass ein öfteres Zusammentreffen von beiden Seiten nicht ertraglos für die Forschung bleiben kann. 387 braucht man nicht zu besorgen, dass sie versucht sein werde, etwas so kompliziertes wie die Religion aus einem einzigen Ursprung abzuleiten. 387 erst e. Synthese aus verschiedenen Gebieten d. Forschung kann entscheiden.
Namensvermeidung 345 346 permanente Namensveränderung u. Veränderung d. Sprachschatzes. 347 keine Tradition, keine historischen Reminiszenzen 347 Namentabu. 348 Name als ein Stück s. Person gewertet.
Narzissmus 377 narzisstischen Stadium. Narzisstische Organisation. Der Mensch bleibt in gewissem Masse narzisstisch, auch nachdem er äussere Objekte für seine Libido gefunden hat. Die Objektbesetzungen, die er vornimmt sind gleichsam Emanationen der beim Ich verbleibenden Libido u. können wieder in dieselbe zurückgezogen werden. 378 intellektueller Narzissmus. 442 ausserordentliche Überschätzung ihrer narzisstischen Organisation.
Neid 324 der Mensch, der ein Tabu übertreten hat, ... erweckt Neid. 324 Ausnahmestellungen u. Ausnahmezustände sind von solcher Art (der König od. Häuptling).
Neurose 363 genetisch ergibt s. die asoziale Natur d. Neurose als deren ursprüngliche Tendenz, s. aus e. unbefriedigenden Realität in eine lustvollere Phantasiewelt zu flüchten.
Objektwahl 309 der Weg d. Objektwahl hat ihn regulärerweise über das Bild s. Mutter, vielleicht noch seiner Schwester, zu seinem Liebesobjekt geführt; infolge der Inzestschranke blieb seine Vorliebe von beiden teuren Personen seiner Kindheit ab, um bei einem fremden Objekt nach deren Ebenbild zu landen. 310 die erste sexuelle Objektwahl d. Knaben e. inzestuöse ist, den verpönten Objekten, Mutter u. Schwester, gilt. 377 dies Stadium heisst das des Autoerotismus, es wird von dem der Objektwahl abgelöst.
Ödipuskomplex 358 Fn.
Opfer 318 418 am Altar: Tieropfer die Eltern. Sind älter als der Ackerbau. 421 Opfertier wurde behandelt wie ein Stammverwandter, die opfernde Gemeinde, ihr Gott u. das Opfertier waren eines Blutes. 421 R. Smith identifiziert ... das Opfertier mit dem alten Totemtier ... zwei Arten von Opfern ... Haustier ... unreine Tiere (heiliges Tier) ... mystisches Opfer 421 einigt d. Teilnehmer untereinander u. mit ihrem Gott (Identität d. Substanz). 424 wir aber wollen R. Smith folgen, dass d. sakramentale Tötung u. gemeinsame Aufzehrung d. sonst verbotenen Totemtieres ein bedeutungsvoller Zug d. Totemreligion gewesen sei. 430 d. alte Totemmahlzeit 433. 434 das ursprüngliche Tieropfer war bereits ein Ersatz f. ein Menschenopfer, für die feierliche Tötung des Vaters. 435 Gottesopfer: unentstellte Wiederholung.
Paranoia 380
Phantasien 384 ubw Phantasien u. an wirksamem Reminiszenzen 384 Analogie Neurose/ Traum
Phase 297 Phase d. menschl. Entwicklung. 318 Aufeinanderfolge zweier mythologischer Stufen, von denen die frühere nicht vollkommen verschwindet, wenn die folgende erreicht ist. 318 Gebiet d. Dämonen - Göttervorstellungen. (Stadiengesetze, Geschichtsphilosophie).
Priesterkönigtum 338 Scheidung in eine geistliche u. weltliche Macht ... die von der Bürde ihrer Heiligkeit erdrückten Könige wurden unfähig, die Herrschaft in realen Dingen auszuüben ... aus diesen erwuchsen dann d. weltlichen Herrscher, während die nun praktisch bedeutungslose geistliche Oberhoheit den früheren Tabukönigen verblieb.
Primitive 295 direkte Abkömmlinge u. Vertreter d. früheren Menschen. Sogenannte wilde u. halbwilde Völker. Die zurückgebliebensten, armseligsten Wilden, ... , die Ureinwohner ... Australien, der uns auch in seiner Fauna soviel archaisches, anderswo untergegangenes bewahrt hat. 296 arme nackte Kannibalen. 307 Die wilden Völker 308 zivilisierte Völker 315 tiefstehende Kulturen. 356 es sei den Seelenregungen der Primitiven überhaupt e. höheres Mass von Ambivalenz zuzugestehen als bei dem heute lebenden Kulturmenschen aufzufinden ist. Mit der Abnahme dieser Ambivalenz schwand auch langsam das Tabu, das Kompromisssymptom des Ambivalenzkonfliktes.
Privateigentum 422
Projektion 351 353 ein besonderer psych. Mechanismus. 353 die Feindseligkeit, ... , wird aus d. inneren Wahrnehmung in die Aussenwelt geworfen. 353 Es ist nicht abzuweisen, dass dieser Projektionsvorgang ... eine Anlehnung an den reellen Feindseligkeiten findet ... Teil der Motivierung für die Feindseligkeit der Überlebenden, aber... unwirksam, wenn nicht die letzteren diese Feindseligkeit aus Eigenem entwickeln würden. 354 die Projektion innerer Wahrnehmungen nach aussen ist ein primitiver Mechanismus, dem z.B. auch unsere Sinneswahrnehmungen unterliegen, der also an der Gestaltung unserer Aussenwelt normalerweise den grössten Anteil hat. 355 bis dahin hatten d. primitiven Menschen d. Projektion innerer Wahrnehmung nach aussen ein Bild d. Aussenwelt entwickelt, welches wir nun mit erstarkter Bewusstseinswahrnehmung in Psychologie zurückübersetzen müssen. 380
psychoanal. Technik 340 wenn wir den geschilderten Sachverhalt der Analyse unterziehen (gleichsam als ob er sich im Symptombild e. Neurose fände, so werden wir zunächst an das Übermass ...
psychoanal. Untersuchung 308
Quellen des Tabu 316 Furcht vor dämonischer Macht
Rank, O. 310 in ungezählten Variationen u. Entstellungen d. Poesie den Stoff liefert.
Rasse 295
Raubehe 307 Frauenraub
real 355 die reale aber ubw 384 die Einzelheiten e. systematischen Phobie entnehmen ihre reale Motivierung versteckten Determinanten, ..
Realität 378 Individuum, welches auf die Lustprinzip verzichtet hat u. Anpassung an die Realität s. Objekt in d. Aussenwelt sucht. 442 psych./ faktisch 442, 443 historische Realität 443 die psych. Realität (bei d. Primitiven) ... anfänglich mit d. faktischen zusammenfiel.
Regression 310 Entwicklungshemmung u. Regression. Er hat es entweder nicht vermocht, s. von den kindlichen Verhältnissen d. Psychosexualität zu befreien, oder er ist zu ihnen zurückgekehrt.
Reife 378 Reifezustand d. Individuums, welcher auf das Lustprinzip verzichtet hat und unter Anpassung an die Realität s. Objekt in d. Aussenwelt sucht.
Reinigung 318
Religion 428 430 d. Religion ... auf dem Schuldbewusstsein u. d. Reue. 431 Gott: für jeden der Gott nach d. Vater gebildet ist 431 in Grunde nichts anderes ist als ein erhöhter Vater. 431 aus d. Totemtier entwickelt. 431 (Totemtier) erste Form d. Vaterersatzes. 431 Gott aber eine spätere ... Vatersehnsucht. 433 den früheren Vaterersatz zugunsten d. höheren Gottesvorstellung verlassen hat. 437 die Sohnesreligion löst d. Vaterreligion ab.
Repräsentanz, psych. 408, 410 die psychologischen Motive ... als Repräsentanz v. biologischen Mächten.
Rothäute 297
Schmerz, psych. 356 Schmerz u. Trauer.
Schuldbewusstsein 358 Wahrnehmung der inneren Verurteilung solcher Akte, durch die wir bestimmte Wunschregungen vollzogen haben 359 hat viel von der Natur der Angst („Gewissensangst“) 427 es entstand e. Schuldbewusstsein, welches hier mit d. gemeinsam empfundenen Reue zusammenfällt. 435 jugendlichen Geliebten d. Muttergöttinnen ein kurzes Leben u. eine Bestrafung durch Entmannung. 442 schöpferisches Schuldbewusstsein.
Schuldgefühl 358
Schwiegermutterverhältnis 309 wäre der Inzest e. Phantasieversuchung, ein durch unbewusste Zwischenglieder vermittelter.
Schwiegermuttervermeidung 305 307 in d. Gesellschaft d. weissen Völker Europas u. Amerikas zwar keine Vermeidungsgebote mehr für d. beiden, aber es würde oft viel Streit u. Unlust vermieden, wenn solche noch als Sitte bestünde u. nicht von den einzelnen Individuen wieder aufgerichtet werden müssten. 309 recht häufig wird gerade die unzärtliche sadistische Komponente der Liebeserregung d. Schwiegersohne zugewendet, um die verpönte, zärtliche umso sicherer zu unterdrücken. 309 dass es gerade dieser, der inzestuöse Faktor des Verhältnisses ist, welche d. Vermeidung zw. Schwiegersohn u. Schwiegermutter b. den Wilden motiviert.
Seele 381 immaterielle Seele. 382 die animistische Seele vereinigte vielmehr Bestimmungen v. beiden (bw und ubw) Seiten in sich. 405 Hauchseele: das Totemtier ist ein Abkömmling d. Tierverwandlung d. Hauchseele.
Sexualüberschätzung 308
Sitten ¹ 303 welche den individuellen Verkehr naher Verwandter in unserem Sinne behüten, die mit geradezu religiöser Strenge eingehalten werden, deren Absicht uns kaum zweifelhaft erscheinen kann ... Sitten od. Sittenverbote „Vermeidungen“
Sozialanthropologie 289
soziale Tendenzen 328
Spiel 372 eine solche Darstellung d. befriedigten Wunsches ist d. Spiele d. Kinder völlig vergleichbar, welches b. diesen d. rein sensorische Technik d. Befriedigung ablöst.
Sprache 355 erst mit d. Ausbildung e. abstrakten Denksprache, durch die Verknüpfung d. sinnlichen Reste d. Wortvorstellungen mit inneren Vorgängen, wurden diese selbst allmählich wahrnehmungsfähig. 357 das Studium d. ältesten Sprachen hat uns gelehrt, dass es einst viele solche Worte gab, welche Gegensätze in sich fassten.
Strafe/Reue 352 der Straf- und Reuecharakter dieser Gefühlsreaktionen wird sich trotz der geglückten Abwehr durch Projektion darin äussern, dass man sich fürchtet, sich Verzicht auferlegt ... Einschränkungen unterwirft.
Strafsystem 313 so knüpfen auch die ersten Strafsysteme d. Menschheit an das Tabu an.
Systembildung 355 die systematische u. die reale, aber ubw
Tabu 291 die Analyse des Tabu tritt als durchaus gesicherter, das Problem erschöpfender Lösungsversuch auf. 292 der „kategorische Imperativ“ Kants, der zwangsartig wirken will u. jede bewusste Motivierung ablehnt. 291 der soziale u. technische Fortschritt d. Menschheitsgeschichte hat dem Tabu weit weniger anhaben können als dem Totem. 311 ein polynesisches Wort 311 sacer dasselbe wie das Tabu d. Polynesier, 311 Agos der Griechen, das Kodausch der Hebräer. Es heisst uns einerseits heilig, geweiht, anderseits: unheimlich, gefährlich, verboten, unrein. Der Gegensatz v. Tabu heisst im Polynesischen noa = gewöhnlich, allgemein zugänglich. „Heilige Scheu“. 311 die Tabuverbote entbehren jeder Begründung, sie sind unbekannter Herkunft. 311 das Tabu den ältesten ungeschriebenen Gesetzeskodex der Menschheit (Wundt). (Geneaologie d. Moral). Dass das Tabu älter ist als die Götter und in die Zeiten vor jeder Religion zurückreicht. 312 das verletzte Tabu rächt sich selbst. 313 so knüpfen auch die ersten Strafsysteme d. Menschheit an das Tabu an. 313 gewisse Gefahren können durch Busshandlungen u. Reinigungszeremonien beschworen werden. 313 Quelle des Tabu: eine eigentümliche Zauberkraft, die an Personen u. Geistern haftet und von ihnen aus durch unbelebte Gegenstände übertragen werden kann. Es gibt permanente u. zeitweilige Tabu. 313 ein allgemeines Tabu ... wie das kirchliche Interdikt über einen grossen Bezirk verhängt werden. 314 eine Reihe v. Einschränkungen, denen s. diese primitiven Völker unterwerfen. 314 Die Verbote betreffen meist Genussfähigkeit, Bewegungs- und Verkehrsfreiheit. 315 Tabu heisst aber alles, sowohl die Personen als auch die Örtlichkeiten, Gegenstände u. die vorübergehenden Zustände, welche Träger od. Quelle dieser geheimnisvollen Eigenschaft sind. Tabu heisst auch das Verbot, welches s. aus dieser Eigenschaft herleitet, u. Tabu heisst endlich seinem Wortsinn nach etwas was zugleich heilig, über das Gewöhnliche erhaben, wie auch innerlich unrein unheimlich umfasst. 323 zu beobachtende Tabuverbote sekundärer, verschobener u. entstellter Art sind u. dass wir zufrieden sein müssen, etwas Licht auf die ursprünglichsten u. bedeutsamste Tabuverbote zu werfen. 323 Konstruktion d. Genese d. Tabu. 325 Analogie: Sprache des Tabu / Normalpsychologie. 326 Übertretung e. Tabu gutgemacht werden kann durch e. Sühne od. Busse, ... , so hiedurch d. Beweis erbracht, dass .... Tabuvorschrift selbst ein Verzicht war auf etwas, was man gern gewünscht ... 326 weil d. Beispiel ansteckend ist u. weil s. das verbotene Gelüste im Ubw auf anderes verschiebt. 349 Wesen des Tabu, wie wir gehört haben, in der Angst vor den Dämonen findet (Wundt). 356 Tabu, das Kompromisssymptom des Ambivalenzkonfliktes. 357 Tabu ist selbst e. ambivalentes Wort. 357 aus dem festgestellten Sinne dieses Wortes alleine raten können, was s. als Ergebnis weitläufiger Untersuchung herausgestellt hat. Dass das Tabuverbot als das Resultat e. Gefühlsambivalenz zu verstehen ist. 357 Wirft e. Licht auf die Natur u. Entstehung d. Gewissens. 381 die ersten sittlichen Beschränkungen ... die Tabuvorschriften.
Tabu d. Toten 352 Gegensatz zw. d. bw Schmerz u. der ubw Befriedigung über d. Todesfall.
Tabu u. Zwangsverbot 326 Zusammenfassung.
Tabu/Zwangsneurose 321 1. Unmotiviertheit d. Gebote, 2. Befestigung durch eine innere Nötigung, 3. Verschiebbarkeit u. Ansteckungsgefahr, 4. zeremoniöse Handlungen (Gebote, die von den Verboten ausgehen).
Tabukrankheit ¹ 318
Talion 437
Theorie 314 all diesen Verboten scheint etwas wie eine Theorie zugrunde zu liegen.
Tod 356 de mortuis nil nisi bene. Nur den Neurotiker trüben noch die Trauer um den Verlust ... durch Anfälle von Zwangsvorwürfen. 365 v. allem müsste das Todesproblem d. Ausgangspunkt d. Theoriebildung geworden sein (d. Animismus). 380 die Entstehung d. Seelenvorstellungen aus d. Eindruck des Todes aus die Lebenden ableiten.
Todesstrafe ² 361 die Strafe gibt den Vollstreckern nicht selten Gelegenheit, unter d. Rechtfertigung d. Sühne dieselbe frevle Tat auch ihrerseits zu begehen.
Todeswunsch 351
Topik 322 Gegensatz der beiden Strömungen ist auf kurzem Weg nicht ausgleichbar, weil sie ... im Seelenleben so lokalisiert sind, dass sie nicht zusammenstossen können [vgl. metapsychologische Schriften 1915]
Tote 349 die Toten töten; das Skelett, als welches der Tod heute gebildet wird, ... , dass der Tod selbst nur ein Toter ist. Nicht eher fühlte sich der Lebendige vor der Nachstellung des Toten sicher, als bis er ein trennendes Wasser zwischen s. und ihn gebracht hat. Daher trug man die Toten gern auf Inseln, brachte sie auf d. andere Seite eines Flusses (Styx). 350 diesseits / jenseits. 350 Vampire.
Totem 296 der Stammvater der Sippe ihr Schutzgeist u. Helfer, der ihnen Orakel sendet, u. wenn er sonst gefährlich ist, seine Kinder kennt u. verschont. 296 entweder in mütterlicher od. in väterlicher Linie erblich. 299 alles, was von dem gleichen Totem abstammt, ist blutsverwandt, ist eine Familie, u. in dieser Familie werden die entferntesten Verwandtschaftsgrade als absolutes Hindernis d. sexuellen Vereinigung anerkannt. 324 zentrale gefährliche Eigenschaft: die Eignung, die Ambivalenz d. Menschen anzufachen und ihn in Versuchung zu führen, das Verbot zu übertreten. 388 Katechismus d. totemistischen Religion. 390 unterscheidet s. vom Fetisch darin, dass er nie ein Einzelding ist wie dieser sondern immer eine Gattung, in der Regel ... 392 Totembande sind stärker als d. Familienbande. 393 Totemtier: Stammvater. 393 waren ursprünglich nur Tiere. 393 galten als die Ahnen d. einzelnen Stämme. 393 vererbte s. in weiblicher Linie. 396 nominalistische Theorien (durch Namen); soziologische Theorien: soziale Religion (E. Durkheim) 401 das totemistische System, 402 soziologische Theorie (Frazer): Da der Clan von seinem Totem nicht od. nur sehr wenig essen darf, so beschafft er dieses wertvolle Gut f. die andern u. wurde dafür von ihnen ... versorgt (404). 416 Tiertotem u. Phobie. Identität mit dem Totemtier (Kind). Frazer: Totemism is an identification of a man with his totem. 425 Vaterersatz d. Totemtieres ... ambivalente Gefühlseinstellung. 437 Kommunion, die alte Totemmahlzeit. 437 Identität Totemmahlzeit, Tieropfer, theantropisches Menschenopfer, christliche Eucharistie.
Totemgenossen 296 stehen unter d. heiligen, s. selbstwirkend strafenden Verpflichtung, ihren Totem nicht zu töten u. sich seines Fleisches (od. des Genusses) den er sonst bietet zu enthalten.
Totemismus 292 religiös-soziale Institution, welche nur geringfügige Spuren in Religion, Sitten ... der gegenwärtigen Kulturvölker hinterlassen hat. 296 anstelle aller fehlenden religiösen u. sozialen Institutionen findet s. bei d. Australiern das System des Totemismus. 316 das Tabu d. Tiere, das wesentlich im Verbot d. Tötens u. Verzehrens besteht, bildet den Kern d. Totemismus. 417 Totemismus/ Ödipuskomplex. 427 so schufen sie aus d. Schuldbewusstsein d. Sohns, die beiden fundamentalen Tabu d. Totemismus.
Totemmahlzeit 423 (Robertson Smith) Viele Autoren haben s. geweigert, d. Konzeption d. Totemmahlzeit Gewicht beizulegen, weil sie durch d. direkte Beobachtung ... nicht erhärtet ...
Totemverwandtschaft 299 dass sie die reale Blutsverwandtschaft durch d. Totemverwandtschaft ersetzen.
Tragödie 438 älteste griechische Tragödie. 439 tragische Schuld: Held: Urvater, Chor: Brüderschar.
Trauer 348 die Trauer liebt es vielmehr, s. mit dem Verstorbenen zu beschäftigen, sein Andenken auszuarbeiten und für möglichst lange Zeit zu erhalten. 354 Trauer u. Ambivalenz d. Gefühlsregungen. 356 Einfluss d. Trauer auf die Entstehung d. Dämonenglaubens. 356 die Trauer hat eine ganz bestimmte psych. Aufgabe zu erledigen, sie soll die Erinnerungen u. Erwartungen der Überlebenden von den Toten ablösen.
Ubw 360 Unzerstörbarkeit u. Unkorrigierbarkeit ubw Vorgänge aus sehr frühen Zeiten. 382 Unveränderlichkeit u. Unzerstörbarkeit ... d. ubw Vorgängen zu, und diese betrachten wir auch als die eigentlichen Träger d. seelischen Tätigkeit. 434 Erinnerung an jene erste grosse Opfertat als unzerstörbar erwiesen. 438 musste unvertilgbare Spuren in d. Geschichte d. Menschheit hinterlassen.
Unheimliche 374 Fn
Urvater 426 setzen im Akt d. Verzehrens d. Identifizierung mit ihm durch.
Vaterkomplex 342
Verbot 297 311 religiöse od. moralische Verbote. Religiöses Verbot: das Gebot e. Gottes; Moralverbot: Einreihung in ein System. 323 Erhaltung d. Tradition? In den späteren Organisationen bereits „organisiert“ als ein Stück ererbten psychischen Besitzes? 359 was niemand zu tun begehrt, das braucht man doch nicht zu verbieten.
Verdrängung 322 Mechanismus d. Verdrängung. 354 Verdrängung d. ubw Feindseligkeit auf dem Wege der Projektion.
Verfolger 341 hebt er sie damit in die Väterreihe
Vergötterung 340 um Ubw eine intensive feindselige Strömung entgegensteht.
Verliebtheit 377 Zustände von Verliebtheit, die Normalvorbilder der Psychosen, entsprechen dem höchsten Stande dieser Emanationen im Vergleich zum Niveau d. Ichliebe.
Vermeidungen ¹ 303 Bruder u. Schwester, Mutter u. Sohn, überwiegend auf Seite d. Mutter. 304 Vermeidungsregeln.
Verschiebung 360
Versuchung 324 345 Gefährlichkeit d. Witwers od. der Witwe auf die Gefahr d. Versuchung zurückzuführen. 352 Toter ist wehrlos, das muss zur Befriedigung der feindseligen Gelüste an ihm reizen, und dieser Versuchung muss das Verbot entgegengesetzt werden.
Verwandtschaftsbezeichnungen 300
Völkerpsychologie 291 völkerpsychologisches Material. 318 völkerpsychologische Erscheinung
Vorzeit 295 Entwicklungsstadien, die er durchlaufen hat.
Wiedergutmachung ¹ 326 wenn die Übertretung e. Tabu gutgemacht werden kann durch e. Sühne od. Busse,
Wille 372 ein motorischer Impuls.
wissensch. Weltanschauung 376 in der wissenschaftl. Weltanschauung ist kein Raum mehr für d. Allmacht d. Menschen.
Wissenschaftstheorie 291 sie wollen zwischen Ethnologen, Sprachforschern, Folkloristen usw. einerseits und Psychoanalytikern anderseits vermitteln u. können doch beiden nicht geben, was ihnen abgeht: den ersteren eine genügende Einführung in die neue psychologische Technik, den letzteren eine zureichende Beherrschung des der Verarbeitung harrenden Materials. So werden sie s. wohl damit begnügen müssen, hier wie dort Aufmerksamkeit zu erregen u. die Erwartung hervorzurufen, dass ein öfteres Zusammentreffen von beiden Seiten nicht ertraglos für die Forschung bleiben kann. 292 zu der hier vertretenen Hypothese und wenn diese am Ende recht unwahrscheinlich ausgefallen ist, so ergibt dieser Charakter nicht einmal einen Einwand gegen die Möglichkeit, dass sie mehr od. weniger nahe an die schwierig zu rekonstruierende Wirklichkeit herangerückt sein könnte. 295 wenn diese Voraussetzung zutreffend ist, so wird e. Vergleichung d. Psychologie d. „Naturvölker“ wie die Völkerkunde sie lehrt, mit der Psychologie d. Neurotikers wie durch d. Psychoanalyse bekannt geworden ist, zahlreiche Übereinstimmungen .... 310 es ist uns darum nicht unwichtig, den wilden Völkern zeigen zu können, dass sie die zur späteren Unbewusstheit bestimmten Inzestwünsche d. Menschen noch als bedrohlich empfinden u. der schärfsten Abwehrmassregeln f. würdig halten. 311 da wir einer unparteiischen Darstellung des Tabu bedürfen, um diese der psa Betrachtung zu unterziehen. 314 all diesen Verboten scheint etwas wie eine Theorie zugrunde zu liegen. 315 weil jedes psychol. Problem an sich des Versuchs einer Lösung wert ist. 317 Weder die Angst noch die Dämonen können in der Psychologie als letzte Dinge gewertet werden, die jeder weiteren Zurückführung trotzen. 318 dass er es sich nicht versagen kann, das hier gelernte zur Aufklärung der entspr. völkerpsychologischen Erscheinung zu verwenden. 319 Erscheinungsform der beiden / Wesen. 319 wir werden dieser Warnung eingedenk bleiben, brauchen aber die beabsichtigte Vergleichung dieser Möglichkeit wegen nicht zu unterlassen. 323 wir konstruieren d. Geschichte d. Tabu aber folgendermassen nach dem Vorbild der Zwangsverbote. 327 Wert d. Vergleichs: ein solcher Wert liegt offenbar nur vor, wenn unsere Auffassung einen Vorteil bietet, der sonst nicht zu haben ist, wenn sie ein besseres Verständnis des gestattet, als uns sonst möglich wird. 327 wir können d. Untersuchung anstellen, ob nicht ein Teil d. Voraussetzungen, die wir von der Neurose her auf d. Tabu übertragen haben, ... an den Phänomenen des Tabu unmittelbar nachweisbar ist. 327 Die Behauptung über die Genese des Tabu, es stamme von einem uralten Verbot ab, ... entzieht sich natürlich dem Beweise. 340 wenn wir den geschilderten Sachverhalt der Analyse unterziehen (gleichsam als ob er sich im Symptombild e. Neurose fände, so werden wir zunächst an das Übermass ... 350 das Studium d. psychoneurotischen Störungen weist uns auf eine umfassendere Erklärung hin. 358 die Lösung d. Aufgabe gelingt nur beim einzelnen neurotischen Individuum; für d. Völker getrauen wir uns eine ähnliche Lösung zu erschliessen. 374 e. von uns nicht erfasste Identität im psych. Vorgang wird wohl durch d. Gebrauch d. nämlichen Wortes f. beide Arten d. Verknüpfung verbürgt [Denken in Analogien]. 378 Versuch wagen, die Entwicklungsstufen d. menschlichen Weltanschauung mit d. Stadien d. libidinösen Entwicklung d. einzelnen in Vergleich zu ziehen. 379 die Wissenschaft setzt erst ein, wenn man eingesehen hat, dass man d. Welt nicht kennt. 387 braucht man nicht zu besorgen, dass sie versucht sein werde, etwas so kompliziertes wie die Religion aus einem einzigen Ursprung abzuleiten. 387 erst e. Synthese aus verschiedenen Gebieten d. Forschung kann entscheiden. 389 Die Feststellung d. ursprünglichen Zustandes bleibt also jedesmal eine Sache d. Konstruktion. Man kein Recht zur Erwartung hat, sie würden ihren ursprünglichen Ideen u. Institutionen ohne jede Entwicklung u. Entstellung f. unsere Kenntnisnahme aufbewahrt haben. 394 Zitat Frazer: „I have changed my views repeatedly and I am resolved to change them again with every change of the evidence, for like a chameleon, the candid enquirer should shift his colours with the shifting colours of the ground he treads.” Wir einzig u. allein auf Hypothesen angewiesen bleiben, um d. mangelnde Beobachtung zu ersetzen. 412 einen einzigen Lichtstrahl wirft die psa Erfahrung in dieses Dunkel. 424 gegen diese Theorie d. Opfers vorgebrachten Einwendungen sind mir nicht unbekannt geblieben, haben aber d. Eindruck d. Lehren von R.S. im wesentlichen nicht beeinträchtigt. 425 eine Hypothese, die phantastisch erscheinen mag. 427 es wäre ebenso unsinnig, in dieser Materie Exaktheit anzustreben, wie es unbillig wäre, Sicherheiten zu fordern. 431 unbeschadet aller anderen Ursprünge u. Bedeutungen Gottes, auf welche d. Psa kein Licht werfen kann. 433 wie e. Allgorie übersetzen wollen u. dabei d. historischen Schichtung vergessen. 439 dieser mit äusserster Verkürzung geführten Untersuchung. 440 Die Annahme e. Massenpsyche zugrunde liegen, in welcher s. die seelischen Vorgänge vollziehen wie im Seelenleben d. Einzelnen. Ohne Annahme e. Massenpsyche ... kann d. Völkerpsychologie überhaupt nicht bestehen. 441 setzten s. die psych. Prozesse d. einen Generation nicht auf die nächste Generation fort, müsste jede ihre Einstellung zum Leben neu erwerben, so gäbe es auf dem Gebiet keinen Fortschritt und so gut wie keine Entwicklung. 443 wenn für den Primitiven Wünsche u. Impulse den vollen Wert v. Tatsachen haben, so ist es an uns, solcher Auffassung verständnisvoll zu folgen, 444 darum meine ich, ohne selbst f. die letzte Sicherherheit d. Entscheidung einzutreten.
Witwer/Witwen 344
Wortvorstellung 355
Wundt, W. 291 349 nach Wundt Ausdruck, an der Furcht „vor seiner zum Dämon gewordenen Seele“ leiden. 357 beweise diese bleibende Gemeinschaft, dass zw. den beiden Gebieten d. Heiligen u. des Unreinen e. ursprüngliche Übereinstimmung obwalte, die erst später e. Differenzierung gewichen sei. (heilig u. unrein bezeichneten ursprünglich das Dämonische). 387 elemente d. Völkerpsychologie. 392
Wunsch 372 dass d. primitive Mensch ein grossartiges Zutrauen zur Macht s. Wünsche habe. 373 überwiegende Wertung ihres Wunsches.
Zauberei u. Magie 367 Stragegie d. Animismus. 367 Technik d. Animismus. 367 Zauberei: die Kunst, Geister zu beeinflussen wie die Menschen. 367 Magie bedient s. nicht der banalen psychol. Methodik, Magie: das ursprünglichere u. bedeutsamere Stück d. animistischen Technik.
Zeremoniell 305 314 ihrem Inhalt nach ganz unverständlich betreffen wertlose Kleinigkeiten, scheinen ganz von der Art eines Zeremoniells zu sein. 319 (bei Zwangsneurose) . 342 Zeremoniell d. Könige: Gegenstück zur Zwangshandlung d. Neurose.
Zwangsneurose 318 Haupt- und Kernverbot d. Neurose ist wie beim Tabu: Berührungsangst, délire de toucher (Gedankenberührung, leiblicher Kontakt). 320 Zwangsverbote bringen grossartige Verzicht und Einschränkungen d. Lebens mit sich wie die Tabuverbote. 312 Waschzwang. 322 Verbot/ ubw. Berührungslust. 322 das Verbot verdankt s. Stärke gerade der Beziehung zu seinem ubw Gegenpart, der im Verborgenen ungedämpften Lust, als einer inneren Notwendigkeit, in welche die bw Einsicht fehlt. 322 Kompromissaktionen. 340 über Zärtlichkeit bei Zwangsneurose. 342 die Zwangshandlung ist angeblich ein Schutz gegen die verbotene Handlung; wir möchten aber sagen, sie ist eigentlich die Wiederholung d. Verbotenen. 360 Zwangsvorschriften: die Sicherungen u. Selbstbestrafungen gegen den verstärkten Impuls zu morden. 375 primäre Zwangshandlungen sind ... durch Gegenzauber, Abwehr d. Unheilserwartungen bestimmt. 376 Tod. 376 Zwangshandlungen: als Zauber gegen böse Wünsche beginnen, um als Ersatz für verbotenes sexuelles Tun, das sie möglichst getreu nachahmen, zu Ende.
Zweifel 373 Ausdruck e. Verdrängungsneigung
Zwischenglieder 309 wäre der Inzest e. Phantasieversuchung, ein durch unbewusste Zwischenglieder vermittelter.
 
* sofern nichts anderes vermerkt beziehen sich alle Seitenzahlen auf die "Freud-Studienausgabe"
in 10 Bänden (mit Ergänzungsband), Frankfurt a. Main, 1982
¹ Erwähnung "avant la lettre"
² Erwähnung der Sache nach (implizit), ohne Begriffsnennung im betreffenden Freud-Text