Erinnern, Wiederholen und Durcharbeiten (1914) *

Abbruch 213 gelegentlich muss es auch vorkommen, dass man nicht die Zeit hat, den wilden Trieben den Zügel der Übertragung anzulegen od. dass der Patient in einer Wiederholungsaktion das Band zerreisst.
agieren 209 der Analysierte erinnere überhaupt nichts von dem Vergessenen und Verdrängten, sondern er agiere es. Er reproduziert es nicht als Erinnerung, sondern als Tat, er wiederholt es, ohne natürlich zu wissen, dass er es wiederholt. 211 je grösser der Widerstand ist, desto ergiebiger wird das Erinnern durch das Agieren (Wiederholen) ersetzt sein.
Aktionen [acting] 212 endlich können die Aktionen des Patienten ausserhalb der Übertragung vorübergehende Lebensschädigungen mit sich bringen od. sogar so gewählt sein, dass sie die zu erreichende Gesundheit dauernd entwerten. 213
Arbeit, therapeutische 211 die zum guten Teil auf die Zurückführung auf die Vergangeheit besteht.
Breuersche Katharsis 207 direkte Einstellung d. Moments der Symptombildung und das konsequent festgehaltene Bemühen, die psych. Vorgänge jener Situation zu reproduzieren.
Deckerinnerung 208 Kindheitsamnesie durch die Deckerinnerungen vollkommen aufgewogen wird... alles Wesentliche ... es durch die Analyse aus ihnen zu entwickeln ... repräsentieren d. vergessenen Kinderjahre so zureichend wie der manifeste Trauminhalte d. Traumgedanken.
Deutung ² 207 durch d. Deutungsarbeit und die Mitteilung ihrer Ergebnisse an den Kranken sollte der Widerstand umgangen werden. 207 Abreagieren trat zurück. 207 die an dieser hervortretenden Widerstände zu erkennen und dem Kranken bewusst zu machen. 209 überaus wichtige Erlebnisse, die in sehr frühe Zeiten d. Kindheit fallen und seinerzeit ohne Verständnis erlebt worden sind, nachträglich aber Verständnis und Deutung gefunden haben, lässt sich eine Erinnerung meist nicht erwecken ... gelangt durch Träume zu ihrer Kenntnis. 209.
Durcharbeiten [Ersterwähnung] 215 man muss dem Kranken die Zeit lassen, sich in den ihm nun bekannten Widerstand zu vertiefen, ihn durchzuarbeiten, ihn zu überwinden
Erinnern 211 entspricht doch das ideale Erinnern des Vergessenen in der Hypnose einem Zustand, in welchem der Widerstand völlig beiseite geschoben ist. 211 Milde und unausgesprochene positive Übertragung, so gestattet sie (die Analyse) zunächst ein Vertiefen in die Erinnerung wie bei der Hypnose, währenddessen selbst die Krankheitssymptome schweigen.
Hypnose 207 Erinnern u. Abreagieren waren damals die zu erreichenden Ziele 207. 208 versetzte s. in eine frühere Situation, die er mit der gegenwärtigen niemals zu verwechseln schien, teilte die psych. Vorgänge derselben mit, soweit sie normal geblieben waren und fügte daran, was sie durch die Umsetzung der damals unbewussten Vorgänge in bewusste ergeben konnte.
Krankheit 211 nicht als eine historische Angelegenheit, sondern als eine aktuelle Macht zu behandeln haben ... während der Kranke als etwas Reales und Aktuelles erlebt. 212 nichts Verächtliches mehr sein, vielmehr ein würdiger Gegner werden, ein Stück seines Wesens, das sich auf gute Motive stützt, aus dem es Wertvolles für sein späteres Leben zu holen gilt.
Material 213 für die therapeutische Arbeit
Mut 212 er muss den Mut erwerben, seine Aufmerksamkeit mit den Erscheinungen seiner Krankheit zu beschäftigen.
nachträglich 209 überaus wichtige Erlebnisse, die in sehr frühe Zeiten d. Kindheit fallen und seinerzeit ohne Verständnis erlebt worden sind, nachträglich aber Verständnis und Deutung gefunden haben, lässt sich eine Erinnerung meist nicht erwecken ... gelangt durch Träume zu ihrer Kenntnis. 209 kritische Vorsicht und bringt so viel Neues und Befremdendes
Phantasien 208
psychisches Gebiet 213
repräsentieren 208
reproduzieren 213 auf psychischem Gebiet, das Ziel an welchem er festhält, wenn er auch weiss, dass es bei der neuen Technik nicht zu erreichen ist.
Suggestion 215 es ist aber jenes Stück der Arbeit (Durcharbeiten der Widerstände), welches die grösste Veränderung auf den Patienten hat und das die analytische Behandlung von jeder Suggestionsbehandlung unterscheidet.
Technik 207 tiefgreifende Veränderungen 208 einzelne psychische Vorgänge d. Analyse in Isolierung u. Schematisierung vorgeführt hat [Hypnose]. 207 die jeweilige psych. Oberfläche des Analysierten zu studieren. [Entwicklung d. Technik] 207. 207 deskriptiv: die Ausfüllung d. Lücken d. Erinnerung, dynamisch: die Überwindung d. Verdrängungswiderstände. 213 alle Impulse auf psychischem Gebiet zurückzuhalten, welche dieser aufs Motorische lenken möchte. 213 Triumph der Kur, wenn es gelingt, etwas durch die Erinnerungsarbeit zu erledigen, was der Patient durch eine Aktion abführen möchte. 213 Wiederholungsaktionen zu hindern und den Vorsatz dazu in statu nascendi als Material für die therapeutische Arbeit zu verwenden. 213 vor der Schädigung durch die Ausführung seiner Impulse behütet man den Kranken am besten, wenn man ihn dazu verpflichtet, während ... der Kur keine lebenswichtigen Entscheidungen zu treffen, keinen Beruf, kein definitives Liebesobjekt zu wählen ...
Therapie 214 gelingt es uns regelmässig, allen Symptomen der Krankheit eine neue Übertragungsbedeutung zu geben, seine gemeine Neurose durch eine Übertragungsneurose zu ersetzen. 214 Übertragungsneurose ... Zwischenreich ... artifizielle Krankheit, die überall unseren Eingriffen zugänglich ist ... Provisorium ... Wiederholungsreaktionen ... Erweckung der Erinnerungen (nach der Überwindung der Widerstände).
Übertragung 210 die Übertragung ist selbst nur ein Stück Wiederholung und die Wiederholung ist die Übertragung der vergessenen Vergangenheit nicht nur auf den Arzt, sondern auch auf alle anderen Gebiete der gegenwärtigen Situation. 211 Milde und unausgesprochene positive Übertragung. 213 Bindung durch die Übertragung. 214 Tummelplatz, auf dem ihm (Wiederholungszwang) gestattet wird, sich in fast völliger Freiheit zu entfalten, ... , uns alles vorzuführen, was sich an pathogenen Trieben im Seelenleben des Analysierten verborgen hat. 214 ein Zwischenreich zwischen der Krankheit und dem Leben.
Übertragungsneurose 214 gelingt es uns regelmässig, allen Symptomen der Krankheit eine neue Übertragungsbedeutung zu geben, seine gemeine Neurose durch eine Übertragungsneurose zu ersetzen.
Verdrängung 212 das verdrängende Verhalten, die Vogel-Strauss-Politik, die er gegen ihre Ursprünge übte, auf ihre Äusserungen fortgesetzt ... die Bedingungen seiner Phobie nicht ordentlich kennt ... den richtigen Wortlaut seiner Zwangsideen nicht anhört. 212 Versöhnung mit dem Verdrängten, welches sich in den Symptomen äussert ...
Vergessen 208 Eindrücke, Szenen, Erlebnisse: ein "Absperrung" 208 erfährt eine Einschränkung durch die Würdigung der so allgemein vorhandenen Deckerinnerungen. 209 besonders bei den mannigfachen Formen d. Zwangsneurose schränkt sich das Vergessene meist auf die Auflösung von Zusammenhängen, ... Isolierung von Erinnerungen ein.
Widerstand 211 der Kranke holt aus dem Arsenal der Vergangenheit die Waffen hervor, mit denen er sich der Fortsetzung der Kur erwehrt und die wir ihm Stück für Stück entwinden müssen.
wiederholen 210 solange er in Behandlung verbleibt, wird er von diesem Zwang zur Wiederholung nicht mehr frei; man versteht endlich, dies ist seine Art zu erinnern. 211 er wiederholt alles, was sich aus den Quellen seines Verdrängten bereits in seinem offenkundigen Wesen durchgesetzt hat, seine Hemmungen und unbrauchbaren Einstellungen, seine pathologischen Charakterzüge ... alle seine Symptome. 211 das Wiederholenlassen während der analytischen Behandlung nach der neueren Technik heisst ein Stück realen Lebens heraufbeschwören. 212 Weitere Gefahren entstehen dadurch, dass im Fortgang der Kur auch neue, tieferliegende Triebregungen zur Wiederholung gelangen können.
Wiederholungszwang 210 [Ersterwähnung] natürlich wird uns das Verhältnis zur Übertragung und zum Widerstande in erster Linie interessieren. 210 der nun den Impuls zur Erinnerung ersetzt.
Wissenschaftstheorie 208 alte hypnotische Technik: einzelne psych.Vorgänge d. Analyse in Isolierung und Schematisierung vorgeführt hat. 209 kritische Vorsicht und bringt so viel Neues und Befremdendes. 211 mit der Hervorhebung des Zwanges zur Wiederholung keine neue Tatsache, sondern nur eine einheitlichere Auffassung gewonnen haben.
Zwischenreich 214 die Übertragung schafft so ein Zwischenreich zwischen der Krankheit und dem Leben.
 
* sofern nichts anderes vermerkt beziehen sich alle Seitenzahlen auf die "Freud-Studienausgabe"
in 10 Bänden (mit Ergänzungsband), Frankfurt a. Main, 1982
¹ Erwähnung "avant la lettre"
² Erwähnung der Sache nach (implizit), ohne Begriffsnennung im betreffenden Freud-Text