Ratschläge für den Arzt bei der psychoanalytischen Behandlung (1912) *

Analyse, persönliche ² 175 von jenen Eigenkomplexen Kenntnis genommen habe, die geeignet wären, ihn in d. Erfassung d. von uns analysierten Dargebotenen zu stören. 180 von der eigenen Person lernen sollen, dass sie dadurch mehr u. Wertvolleres erfahren werden, als ihnen die gesamte psa Literatur sagen könnte.
Bewusstseinspsychologie 178
Blinder Fleck ¹ 176
Chirurg 175 der alle s. Affekte u. selbst s. menschliches Mitleid beiseite drängt.
Denken 174 synthetische Denkarbeit
Deutung 175 s. eigenes Ubw als empfangenes Organ zu wenden ... 175 Receiver (... Ubw des Arztes)
Eigenbeziehung 173
Falldarstellung 174 es ist nicht gut, einen Fall wissenschaftlich zu bearbeiten, solange seine Behandlung nicht abgeschlossen ist... der Erfolg leidet in solchen Fällen, die man von vornherein der wissenschaftlichen Verwertung bestimmt u. nach deren Bedürfnissen behandelt.
Gedächtnis, ubw 172
gleichschwebende Aufmerksamkeit ¹ 171 [Ersterwähnung] 172 das notwendige Gegenstück zu der Anforderung an den Analysierten, ohne Kritik u. Auswahl alles zu erzählen, was ihm einfällt
Junktim 174 dass Forschung u. Behandlung bei ihr zusammenfallen.
Lehranalyse ² 176 Verdienst d. Züricher analytischen Schule 177 Selbsterkenntnis/u. Steigerung d. Selbstbeherrschung
niederschreiben 171 173 Notizen, mitschreiben ... lasse ich von d. Patienten fixieren(!)
Psychiater 184 der letztere unternimmt in dem einen Falle sowenig wie in dem anderen etwas Erspriessliches.
Psychiatrie 174 Scheinexaktheit, ... „moderne“ Psychiatrie.
psychoanalytische Grundregel ¹ 172
Psychotherapie ² 178 ein Stück Analyse mit einer Portion Suggestivbeeinflussung vermengt.
Psychotherapieforschung ² 174 wenn er d. Analyse u. den Analytiker nicht ernst nehmen will, so setzt er s. auch über getreue Behandlungsprotokolle hinweg.
Regel f. d. Arzt 172
Selbstanalyse 176 fortsetzen
Sublimierung 179 nicht alle Neurotiker bringen viel Talent zur Sublimierung mit. 179 viele Personen gerade an d. Versuch erkrankt sind, ihre Triebe über das von ihrer Organisation gestattete Mass hinaus zu sublimieren, u. dass sich dieser bei den zur Sublimierung Befähigten dieser Prozess von selbst zu vollziehen pflegt.
Technik 171 und Individualität d. ärztlichen Persönlichkeit 175 Chirurg 174/75 therapeutischer Ehrgeiz 175 Gefühlskälte 175 Schonung s. Affektlebens [Deutung]. 178 soll undurchsichtig f. den Analysierten sein u. wie eine Spiegelplatte nichts anderes zeigen. 180 Lektüre analytischer Schriften nicht gern ... 180 Einigung über die Fragen d. Technik.
Therapieziel ² 179 ein Stück Leistungs- u. Genussfähigkeit wiedergewonnen.
vollwertig 179 einem nicht Vollwertigen
Widerstand 175 Widerstände: von dessen Kräftespiel ja die Genesung in erster Linie abhängt.
Wissenschaftstheorie 172 folgt man bei der Auswahl seinen Erwartungen, so ist man in Gefahr, niemals etwas anderes zu finden, als was man bereits weiss. Man darf nicht darauf vergessen, dass man ja zumeist Dinge zu hören bekommt, deren Deutung erst nachträglich erkannt wird. 174 Scheinexaktheit, ... „moderne“ Psychiatrie. 174 der Leser, wenn er dem Analytiker glauben will, auch Kredit für d. bisschen Bearbeitung einräumt, das er an seinem Material vorgenommen hat. 174 dies scheint nicht der Weg, um dem Mangel an Evidenz abzuhelfen, der an den psychoanalytischen Darstellungen gefunden wird. 174 gelingen jene Fälle am besten, bei denen man wie absichtslos verfährt u. denen man immer wieder unbefangen u. voraussetzungslos entgegentritt. 177 in sich wie ausserhalb seiner immer Neues zu finden erwarten muss. 177 was er in dumpfer Selbstwahrnehmung von den Eigentümlichkeiten s. eigenen Person erkannt, als allgemeingültige Theorie in d. Wissenschaft hinaus zu projizieren.
 
* sofern nichts anderes vermerkt beziehen sich alle Seitenzahlen auf die "Freud-Studienausgabe"
in 10 Bänden (mit Ergänzungsband), Frankfurt a. Main, 1982
¹ Erwähnung "avant la lettre"
² Erwähnung der Sache nach (implizit), ohne Begriffsnennung im betreffenden Freud-Text